Um die Mittagszeit herum ist die UV-Strahlung am stärksten. In dieser Zeit geht man der Sonne ohne einen entsprechenden Schutz am besten ganz aus dem Weg. Wer allerdings meint, bei bewölktem Himmel oder unter einem Sonnenschirm in Sicherheit zu sein, der irrt sich.
Spanische Wissenschaftler konnten unter Sonnenschirmen noch über 30 Prozent der UV-Strahlung nachweisen, und das, obwohl das Gewebe der Schirme selbst nur zu etwa fünf Prozent für die Strahlen durchlässig war. Das ultraviolette Licht wird nämlich vom Boden und von den Seiten her unter den Schirm reflektiert. Wie stark dieser Effekt ist, hängt auch von der Art des Bodengrundes ab. Sand kann die UV-Strahlen bis zu 30 Prozent reflektieren, Wasser mehr als 20 Prozent, Rasen bis zu 18 Prozent und selbst der schwarzgraue Asphalt wirft die Strahlung noch durchaus zu 15 Prozent zurück unter den Schirm.
Selbst Wolken reflektieren die UV-Strahlen zurück auf den Boden. Zusammen mit der Strahlung, die durch die Wolken hindurch dringt – diese sind nämlich keineswegs ein wirksamer Rundumschutz –, kann selbst bei bewölktem Himmel und unter einem Sonnenschirm noch ausreichend UV-Strahlung für einen Sonnenbrand zusammen kommen.
Sommerliche Kleidung hilft da nur bedingt, denn auch sie schützt keinesfalls immer zu 100 Prozent. Ein helles Baumwoll-T-Shirt lässt durchaus noch zehn bis 20 Prozent der UV-Strahlen hindurch. Ist es nass, dann reduziert sich der Schutz sogar noch um 50 Prozent. Es empfiehlt sich daher, auch unter dem Schirm Sonnenschutzmittel aufzutragen und eine Sonnenbrille (mit UV-400-Kennzeichnung) zu tragen.
Selbst Sunblocker schützen nicht ewig
Der körpereigene Schutz hält nämlich nicht ewig. Ohne eine entsprechende Vorsorge können sich Mitteleuropäer, je nach Hauttyp, etwa drei bis dreißig, maximal vierzig Minuten in der Sonne aufhalten, ohne dass die Haut gleich krebsrot wird. Vor allem hellhäutige Menschen mit blondem oder rotem Haar sollten es anfänglich lieber bei nur drei bis maximal zehn Minuten belassen, wohingegen dunkelhäutigere Personen mit schwarzem oder braunem Haar auch schon mal ein paar Minuten länger in der Sonnen bleiben können, ohne sich einen fetten Sonnenbrand einzufangen.
Wer mehr will, trägt besser ein Sonnenschutzmittel auf. Der Lichtschutzfaktor (LSF) des Produkts gibt Auskunft darüber, wie gut es schützt. Lichtschutzfaktor 20 bedeutet beispielsweise, dass man sich 20 mal länger in der Sonne aufhalten kann als ohne dieses Erzeugnis. Den besten Schutz bieten Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von 50 und mehr. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es übrigens nicht. Selbst die sogenannten Sunblocker ermöglichen keinen beliebig langen Aufenthalt in der Sonne. Alle Produkte sollten in der Regel bereits rund zwanzig bis dreißig Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können.
Wichtig ist zudem, die richtige Menge aufzutragen, denn die wird oftmals unterschätzt. Für das Gesicht genügt meist schon ein Klecks Sonnencreme oder -milch mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern. Das entspricht etwa der Größe eines 50-Cent-Stücks oder auch einem Teelöffel voll der Creme. Für den gesamten Körper eines Erwachsenen dürfen es ruhig drei bis vier Esslöffel (ca. 35 bis 40 Gramm) voll sein. Nase, Ohren und Füße nicht vergessen.
Diese Mengen schützen allerdings nicht den gesamten Tag lang. Es sollte alle zwei bis drei Stunden nachgecremt werden. Beim Schwitzen und Baden wird nämlich ein gewisser Teil des Schutzes abgespült.
Als wasserfest gilt ein Sonnenschutzmittel immer dann, wenn nach zweimaligem 20-minütigen Bad in bewegtem Wasser noch 50 Prozent des Schutzes zur Verfügung steht. Es gibt sogar Produkte, die „extra wasserfest“ sind. Dann sollten sie nach viermaligem 20-minütigen Bad in bewegtem Wasser noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes gewährleisten. Der Lichtschutzfaktor lässt sich durch das Nachcremen allerdings nicht erhöhen.
Wichtig zu wissen: Das UV-Licht dringt auch bis in das Wasser vor, sodass man beim Schwimmen keineswegs allein durch das kühle Nass ausreichend geschützt ist. In einem Meter Wassertiefe ist noch mit rund 75 Prozent der UV-A-Strahlen und etwa 45 Prozent der UV-B-Strahlen zu rechnen.
Apropos Wasser: Neben dem Lichtschutzfaktor findet sich auf den Sonnenschutzprodukten auch immer häufiger der Hinweis „korallenfreundlich“ oder auch „rifffreundlich“. Bestimmte Inhaltsstoffe der Cremes können den Meereslebewesen schaden. Aus diesem Grund verbieten immer mehr Urlaubsregionen wie Hawaii, Palau, die Karibikinseln Bonaire und Aruba oder auch Key West sowie die US-Jungferninseln, Produkte mit Inhaltsstoffen wie Oxybenzon (Benzophenone-3) oder Octinoxat (Ethylhexyl Methoxycinnamate). Studien haben gezeigt, dass in jedem Jahr tausende Tonnen Sonnenschutzmittel von den Körpern der Urlauber abgespült werden und in die Ozeane gelangen. Beim Sonnenschutz auch an die Umwelt zu denken, ist also sicherlich eine gute Idee.
Doch, was tun, wenn es schon zu spät ist und man sich trotz aller Vorsicht einen Sonnenbrand eingefangen hat? Hausmittelchen wie Quark sind keine gute Idee, denn jeder Sonnenbrand ist eine handfeste Entzündung der Haut und auf welche Entzündung schmiert man sich schon Milchprodukte? Derartige Geheimtipps können sogar gefährlich sein und die Entzündung noch verschlimmern.
Eher empfiehlt es sich bei einem Sonnenbrand, die Sonne sofort zu verlassen und sich in den Schatten zu begeben. Spezielle After-Sun-Lotionen helfen, die Haut zu kühlen und sie mit Feuchtigkeit zu versorgen.