Oben-ohne-Fotos von Herzogin Kate Anwalt fordert 1,5 Millionen Euro

Von red/AFP 

Herzogin Kate und Prinz William fordern für die Oben-ohne-Fotos, die das Magazin „Closer“ veröffentlicht hatte, 1,5 Millionen Euro. Die Bilder hatten 2012 für Empörung gesorgt. Das Urteil soll am 4. Juli fallen.

Die Anwälte der britischen Königsfamilie kommen am Dienstag im Gericht in Nanterre bei Paris (Frankreich) an. Hier stehen sechs Medienverantwortliche und Fotografen wegen Verstoßes gegen die Privatsphäre der britischen Herzogin Kate vor Gericht. Die Herzogin selbst war nicht anwesend. Foto: AP
Die Anwälte der britischen Königsfamilie kommen am Dienstag im Gericht in Nanterre bei Paris (Frankreich) an. Hier stehen sechs Medienverantwortliche und Fotografen wegen Verstoßes gegen die Privatsphäre der britischen Herzogin Kate vor Gericht. Die Herzogin selbst war nicht anwesend. Foto: AP

Nanterre - Wegen aufsehenerregender Oben-ohne-Fotos von Prinz Williams Ehefrau Kate fordert das Paar 1,5 Millionen Euro Schadenersatz vom Klatschmagazin „Closer“. Diese Summe nannte „Closer“-Anwalt Paul-Albert Iweins am Dienstag beim Prozess gegen zwei Verantwortliche des Magazins und zwei Paparazzi in Nanterre bei Paris.

Den Angeklagten wird wegen 2012 veröffentlichter Fotos der barbusigen Kate eine Verletzung ihrer Privatsphäre vorgeworfen. Das Urteil wird am 4. Juli verkündet. In einer von ihrem Anwalt verlesenen Erklärung zeigten sich Kate und William „schockiert“ über die Veröffentlichung der Aufnahmen vor knapp fünf Jahren. Dies sei besonders „schmerzhaft“ gewesen, weil es an die Umstände des Todes von Williams Mutter Diana erinnere: „Lady Di“ war 1997 in Paris bei der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Kate nur mit Bikinihöschen bekleidet

Mit der Veröffentlichung der Oben-ohne-Fotos von Kate hatte „Closer“ im September 2012 weltweit für Schlagzeilen gesorgt - und sich den Zorn des britischen Königshauses zugezogen. Die offenbar mit einem Teleobjektiv aufgenommenen Bilder zeigten Kate nur mit einem Bikinihöschen bekleidet auf der Terrasse eines luxuriösen Privatanwesens in der südfranzösischen Provence. Die Fotos waren mit der Überschrift „Oh my god!“ (Oh, mein Gott) versehen sowie mit peinlichen Kommentaren wie etwa „Kate bietet ihre Brust dem sanften Streicheln der Sonne der Provence“ oder „Eine Ehefrau, die sich wohl in ihrem Körper fühlt und vor ihrem Mann nichts zu verstecken hat“. In einem Eilverfahren untersagte die französische Justiz damals jegliche Weiterverbreitung der Fotos. Zugleich stellten William und Kate Strafanzeige.

Am Dienstag fand im westlich von Paris gelegenen Nanterre der Prozess statt. Auf der Anklagebank saßen neben „Closer“-Chefredakteurin Laurence Pieau und dem damaligen Chef des „Closer“-Verlags Mondadori, Ernesto Mauri, auch zwei Paparazzi einer Pariser Foto-Agentur. Diese sollen die Oben-ohne-Aufnahmen geschossen haben, was sie aber bestreiten.

Staatsanwaltschaft: Magazin ist „schamlos“

Die französische Polizei hatte durch einen Abgleich von Handydaten und Hotelreservierungen zeigen können, dass sich die Fotografen damals in der Gegend aufhielten. Außerdem stiegen ihre Einkünfte nach Veröffentlichung der Fotos auffallend an. „Closer“-Anwalt Iweins kritisierte die Schadenersatzforderung der Royals als überzogen - zumal die Aufnahmen ein „dem Ansehen des Paares förderliches Bild“ gezeigt hätten. Es habe ein „legitimes Interesse“ an der Veröffentlichung der Bilder gegeben.

Harte Worte gegen „Closer“ fand dagegen die Staatsanwaltschaft: Sie warf dem Magazin „Schamlosigkeit“ vor und forderte „sehr hohe Geldstrafen“ gegen die Angeklagten. Eine konkrete Zahl nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Vor Gericht verantworten mussten sich am Dienstag auch der damalige Herausgeber der Regionalzeitung „La Provence“ und eine Fotografin des Blatts. Die Zeitung hatte eine Woche vor „Closer“ Fotos der Herzogin von Cambridge im Bikini veröffentlicht - anders als bei „Closer“ waren die Brüste der heute 35-Jährigen aber nicht zu sehen. Kate und William verlangen von der Regionalzeitung 50.000 Euro Schadenersatz. Die Staatsanwaltschaft forderte Geldstrafen auf Bewährung.