Oberbürgermeisterwahl in Ellwangen Ein Trio tritt in Ellwangen für den OB-Posten an

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Die Stadt Ellwangen bekommt nach 16 Jahren ein neues Oberhaupt. Karl Hilsenbek tritt nicht mehr an. Setzt sich ein Mann durch im Ringen um seine Nachfolge – oder die Frau im Bunde?

Karl Hilsenbek hat als junger Schultes in Böbingen 1986 angefangen, jetzt dankt er ab –  als dienstältester Bürgermeister im Ostalbkreis. Foto: picture alliance / dpa
Karl Hilsenbek hat als junger Schultes in Böbingen 1986 angefangen, jetzt dankt er ab – als dienstältester Bürgermeister im Ostalbkreis. Foto: picture alliance / dpa

Ellwangen - Alles neu macht der Mai in Ellwangen am kommenden Wochenende – nicht an allen Plätzen, aber sicher an entscheidender Stelle. Die knapp 25 000 Einwohner zählende Stadt stimmt am Sonntag auch über ihren neuen Rathauschef ab. Denn Karl Hilsenbek (parteilos), der seit 2003 Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt ist, tritt kein drittes Mal an. 1986 hatte der Vater zweier Kinder seine politische Karriere im Alter von gerade mal 28 Jahren als Bürgermeister in Böbingen begonnen. Als dienstältester Schultes des Ostalbkreises beendet er sie. Ganz lassen will der 61-Jährige die Kommunalpolitik aber nicht. Er kandidiert bei den Freien Wählern für den Kreistag.

Als Hilsenbek beim Neujahrsempfang der Stadt seinen Rückzug vom Rathaus ankündigte, hatten sich Vertreter der Gemeinderatsfraktionen noch überrascht geäußert von dem Entschluss. Amtsmüde sei er nicht, das hatte der sportliche Verwaltungschef, der bei diversen Marathonläufen seinen langen Atem bewiesen hat, betont. Aber wenn er ein drittes Mal antrete, dann nur für eine komplette Legislatur. An deren Ende wäre er aber bereits 69 Jahre alt – und niemand könne wissen, ob die Gesundheit das so lange mitmache.

Der erste Bewerber stand schon in den Startlöchern

Die vergangenen vier Jahre mit den Turbulenzen um die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (Lea) dürften Hilsenbek den Abschied vom Amt aber zumindest nicht erschwert haben. Zuletzt war die Diskussion über die Weiterführung der Lea mit aller Schärfe geführt worden. Nicht wenige Ellwanger sind es leid, dass ihre Stadt immer wieder einmal bundesweit in aller Munde ist – wegen der Lea, nicht wegen des traditionellen Kuttelessens am Kalten Markt.

Aus heiterem Himmel kam die Entscheidung des OB also nicht, der erste Bewerber stand denn auch bereits in den Startlöchern. Wenige Tage nach dem Neujahrsempfang wurde bekannt, dass Michael Dambacher (39), Bürgermeister der 3000-Einwohner-Gemeinde Bühlertann im Kreis Schwäbisch Hall, mit einer Bewerbung in Ellwangen liebäugelt.

Ellwanger Stallgeruch haben alle drei

Am Sonntag konkurrieren zwei Männer und eine Frau um Hilsenbeks Nachfolge. Dabei können die Ellwanger wählen unter drei Kandidaten, die alle einen entsprechenden fachlichen Hintergrund vorweisen können. Der Christdemokrat Dambacher wird von der CDU und den Freien Bürgern unterstützt. Die Rückendeckung von SPD und Grünen sicherte sich der Jurist Matthias Renschler (50), der wiederum das FDP-Parteibuch besitzt. Sabine Heidrich (47), die parteilose Bürgermeisterin der 3000 Einwohner zählenden Nachbargemeinde Neuler, die 2014 auf der Freien-Wähler-Liste für den Kreistag kandidiert hatte, komplettiert das Trio.

Ellwanger Stallgeruch haben alle drei: Dambacher und Renschler sind beide in der Stadt aufgewachsen. Heidrich war bis zu ihrer Wahl in Neuler vor gerade mal anderthalb Jahren als Stadtkämmerin für die Ellwanger Finanzen verantwortlich.

Der oder die Neue hat viel vor sich

Wer immer das Rennen macht, das Lea-Thema dürfte das künftige Stadtoberhaupt weitgehend vom Hof haben, schließlich läuft der Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg Ende 2022 aus. Zu tun gibt es dennoch genug. So ist die Umwandlung der ehemaligen Kasernenflächen im Stadtgebiet in die zivile Nutzung längst nicht abgeschlossen. Die charmante Innenstadt schwächelte zuletzt. Vorarbeit ist auch notwendig für das Jahr 2026. Dann ist Ellwangen Gastgeber der Landesgartenschau.