Durch das 10:51 verlieren die Kornwestheim Cougars Platz fünf an die Ludwigsburg Bulldogs und müssen sich auf die Relegation einstellen.
Niederlagen tun immer weh. Aber wenn man in einem Derby untergeht, dann schmerzt die Pleite um so mehr. Entsprechend niedergeschlagen gingen die American Footballer nach dem 10:51(00:03/03:21/07:14/00:13) gegen die Ludwigsburg Bulldogs in die Kabinen des Ludwig-Jahn-Stadions in Ludwigsburg. Um so erleichterter waren die Ludwigsburger, die das Hinspiel noch verloren mit 35:45 verloren hatten. „Das war nicht nach unserem Geschmack, hat es uns aber heute leicht gemacht, das Team zu motivieren“, sagt Bulldog Headcoach Chris Ayers. Am Ende war es mehr als eine Revanche für die Ludwigsburger, sondern fast eine Machtdemonstration. Doch die Cougars wissen die bittere Pleite realistisch einzuschätzen: „Unser stark ersatzgeschwächtes Team hat gegen einen stark aufgestellten Gegner verloren, dessen Gameplan voll aufging“, sagt Headcoach Andreas Geibel.
Zwei wichtige Anker in der Line - als auch in der Backfield Verteidigung fielen verletzt aus. Nur das erste Viertel konnten die Gäste mit 0:3 ausgeglichen gestalten. Richtig bitter wurde es im zweiten Quarter, in dem den Bulldogs 21 Punkte gelangen und mit 24:6 in die Halbzeit gingen.
Nur ein kurzes Aufbäumen im dritten Viertel
Die Anpassungen, welche die Trainercrew der Cougars in der Pause vornahmen, zeigten zunächst Wirkung: Sowohl Patrick Scholz als auch Jannik Lacic gelang ein Touchdown und man rückte auf 10:24 heran. Es war aber nur ein kurzes Aufbäumen. Am Ende war der Kraftverschleiß in der dezimierten Kornwestheimer Formation doch zu groß und die Bulldogs erhöhten im dritten Viertel auf 38:10. Insgesamt schafften es die Cougars zu selten, die Kreise des überragenden Ludwigsburger Running Back Rafael Paltoglou einzuschränken, der am Ende vier Touchdowns beisteuerte, aber kurz vor Schluss am Knie verletzt vom Feld humpelte.
Auch das Schlussviertel gehörte den Gastgebern, die noch einmal 13 Punkte draufpackten. „Unsere Offense muss weiter am Rhythmus arbeiten und ohne Raumgewinn kann der Angriff auch nicht punkten“, sagte Offense Coordinator Daniel Sassman.
Direkter Klassenverbleib aus eigener Kraft wird schwer
Durch den Sieg haben die Bulldogs die Cougars in der Tabelle überholt und liegen jetzt auf dem gesicherten fünften Platz. Jetzt wird es für die Kornwestheimer schwer, noch aus eigener Kraft den direkten Klassenverbleib in der der Oberliga Baden-Württemberg zu sichern. An diesem Montag wird das Trainerteam den Auftritt noch einmal intensiv analysieren.
Aber es gibt auch gute Nachrichten bei den Cougars: Andreas Geibel hofft bei Kevin Brechtel (Linebacker), Justin Polito (Defense Lines), Marcel Moder (Defense Back) und Tim Beutenmüller (Wide Receiver) auf eine baldige Rückkehr ins Team. Mit Blick auf das schwere Restprogramm mit den beiden Spielen gegen den Tabellenzweiten Bondorf Bulls und dem Auftritt am kommenden Wochenende bei den Red Knights Tübingen könnte das der Mannschaft wieder mehr Stabilität und Sicherheit zurückbringen. Der Aufsteiger ist eben noch nicht gefestigt genug, um so viele Ausfälle dauerhaft zu kompensieren.
Der Hauptfokus der Cougars liegt jetzt darauf, die zurückkehrenden und verfügbaren Spieler entsprechend in den Spielplan ein- und in den ungewohnten Positionen aufzubauen. „Wir werden die Aufstellungen entsprechend anpassen müssen“, sagt Andreas Geibel. Bedingt durch die notwendige Improvisation in der Aufstellung werde man von Spiel zu Spiel denken und sich auch bereits perspektivisch auf die Zeit nach der Saison einstellen. In welcher Liga das dann sein wird, ist offen. Ebenso, auf wen man in einem möglichen Relegationsduell treffen würde, denn die ersten vier Teams in der Landesliga liegen fast gleichauf.