Oberliga-Start nach Maß Eine erste Analyse zu den Stuttgarter Kickers

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Der Auftakt macht Hoffnung: Beim 3:0-Sieg der Stuttgarter Kickers in Ravensburg war die Handschrift des neuen Trainers Ramon Gehrmann schon zu sehen – und alle Neuzugänge waren eine Verstärkung.

Trainer Ramon Gehrmann gibt die Richtung vor – und die Spieler ziehen mit. Foto: Baumann
Trainer Ramon Gehrmann gibt die Richtung vor – und die Spieler ziehen mit. Foto: Baumann

Ravensburg - Die Stuttgarter Kickers gehen schon am Stock – in diesem Fall aber nur der Präsident. Rainer Lorz hat sich einer Hüftoperation unterziehen müssen und weil die Reha nun in Bad Saulgau stattfindet, hatte es der Kickers-Chef zum Auswärtsspiel in Ravensburg zumindest nicht allzu weit. Sein Fazit nach dem 3:0: „Das macht Hoffnung.“ Und vielleicht sogar Lust auf mehr.

Eine erste Analyse

Taktik Die Kickers begannen in einer 4-4-2-Formation. Und die setzte die Spielphilosophie ihres Trainer Ramon Gehrmann schon ganz gut um. Mutig spielen und attackieren sowie läuferisch überlegen sein, auch wenn Jonas Wiests Platzverweis (73.) sicher in die Karten spielte. „Wir hatten fast immer die Ballhoheit“, lobte Lorz. Und es gab auch ein paar Details zu beobachten: Bei Ecken standen die Spieler oft auf einer Linie, um sich dann blitzschnell zu lösen und unberechenbarer zu sein. Auch wenn’s noch nicht erfolgreich war.

Neuzugänge Vier Neuzugänge standen in der Startformation. Neben Torwart Tobias Trautner noch David Kammerbauer (links in der Viererkette), der viel Schwung nach vorne und auch gefährliche Flanken produzierte, der Ex-Freiberger Leon Braun, der im Mittelfeld zusammen mit Lukas Kling die Fäden zog, aber noch nicht zu seinen gefürchteten Torabschlüssen kam, im Gegensatz zu Cristian Giles, der einen Einstand nach Maß feierte mit zwei Toren und ein permanenter Unruheherd war. „Ein perfekter Tag, wobei das wichtigste die drei Punkte waren“, sagte der Spanier. Zudem brachte der eingewechselte Malte Moos, der zuletzt ein paar Leistenprobleme hatte, (rechts vor Johannes Ludemann) viel Schwung. Das ist auch eine Option für die Zukunft, um noch mehr Tempo ins Spiel zu bringen.

Torhüter Trautner bekamen bekam den Vorzug vor Thomas Bromma, der (wie der Trainer) als Ex-Freiberger zunächst die besseren Karten zu haben schien. Doch weil er unter der Woche wegen einer Prellung nicht regelmäßig trainieren konnte, saß er nur auf der Bank. Am Mittwoch im WFV-Pokalspiel in Essingen wird aber Bromma zum Einsatz kommen, dann werden die Karten neu gemischt. „Ich möchte schon ein klare Nummer eins“, sagt Gehrmann und fügt hinzu: „Ein zu-null-Spiel ist immer eine Empfehlung für den Torwart.“

Kickers zu oft im Abseits

Schwachpunkte In der Offensive fehlte manchmal noch etwas die Feinabstimmung, was zu vielen Abseitspositionen führte. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir die relativ hoch stehende Ravensburger Kette klarer überspielen“, sagte Gehrmann, der selbst unheimlich engagiert an der Seitenlinie wirkte und immer wieder auf seine Mannschaft einwirkte.

Ausblick Vor dem Heimauftakt am Samstag (14 Uhr) gegen den Freiburger FC, steht am Mittwoch noch das Pokalspiel beim TSV Essingen an, der im Vorjahr im Finale stand. Deshalb warnt Sportdirektor Lutz Siebrecht: „Das ist kein normales Verbandsligist.“ Und nachdem sich die Kickers-Verantwortlichen in Sachen Saisonziel bisher eher zurückhielten, sprach Ravensburgs Trainer Steffen Wohlfahrt ein Machtwort: „Für mich sind die Kickers Topfavorit, der VfB II muss erst einmal in der Liga ankommen.“ Wie der TVR. „Gute Besserung“, sagte Gehrmann – in Richtung Präsident, aber auch noch der stark ersatzgeschwächten Gastgeber.