Oberliga: Stuttgarter Kickers Auch im Gazi-Stadion drohen Geisterspiele

Von ump 

Der Fußball-Oberligist hofft noch auf eine Kompromisslösung bei Zuschauern für die Partie am Samstag gegen den 1. CfR Pforzheim.

Stehen die Kickers-Fans demnächst vor geschlossenen Türen? Foto: Baumann
Stehen die Kickers-Fans demnächst vor geschlossenen Türen? Foto: Baumann

Stuttgart - Die Empörung bei Teilen der Anhängerschaft der Stuttgarter Kickers war beachtlich, als die Fans davon erfuhren, dass die für Dienstag (19 Uhr) angesetzte Nachholpartie gegen den FSV 08 Bissingen tags zuvor abgesagt worden ist (Stichwort Coronavirus), der nicht gerade geliebte Lokalrivale VfB am Montagabend sein Heimspiel der zweiten Liga aber noch austragen durfte, obwohl zu dem Zweitligaspiel mehr als zwanzigmal so viele Zuschauer kamen, als bei den Blauen erwartet wurden.

Doch die Problematik geht unmittelbar weiter – zumindest bei den Kickers. Denn die empfangen laut Spielplan bereits am Samstag (14 Uhr) den 1. CfR Pforzheim. Und Kickers-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer sagt auf Nachfrage: „Nach dem aktuellen Stand findet die Partei statt.“ So weit, so gut? Denn die grundsätzliche Problematik von (Groß-)Veranstaltungen ist damit nicht vom Tisch. Zumal die Kickers für die Oberliga eine gewisse Wettbewerbsverzerrung befürchten, weil nur der Traditionsverein in der Regel von einem Zuschaueraufkommen von mehr als tausend Besuchern betroffen ist.

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Beim zuständigen Württembergischen Fußball-Verband glühten indes – in Absprache mit Nord- und Süd-Baden – die Drähte, aber erst an diesem Mittwoch soll eine Abstimmung der Oberliga-Spielkommission erfolgen. Ergebnis offen – wobei die Tendenz in der Liga wohl schon zu sogenannten Geisterspielen (ohne Zuschauer) gehen dürfte. Nicht gerade zur Freude der Kickers: „Wir sind im Dialog mit den Verbänden“, sagt Pfeifer. Offensichtlich hat der Verein die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, doch noch vor Zuschauern im Gazi-Stadion spielen zu können.

Auch nur mit 1000? Auf diese Größenordnung beläuft sich die Anzahl der Dauerkartenbesitzer, die genau genommen zugelassen werden könnten, ohne gegen die aktuellen Auflagen zu verstoßen. So dürfen etwa in der Schweiz, die als Erstes bei Sportveranstaltungen reagiert hatte, zu gewissen Erstligaspielen im Handball bis zu 999 Zuschauer eingelassen werden.

Abwarten: Am Donnerstag wollen die Kickers eine offizielle Erklärung abgeben, wie es weitergeht.