Obertürkheim Ein Platz für die Trendsportart Parkour?
Die SPD-Bezirksbeiratsfraktion regt an, auf der unansehnlichen Grünfläche an der Ballsporthalle Obertürkheim eine Bewegungsanlage zu schaffen.
Die SPD-Bezirksbeiratsfraktion regt an, auf der unansehnlichen Grünfläche an der Ballsporthalle Obertürkheim eine Bewegungsanlage zu schaffen.
Obertürkheim - Der Grünstreifen zwischen Hecke und Ballfangzaun hinter der Obertürkheimer Ballsporthalle, vermutlich mal als Bouleplatz gedacht, wird offenbar kaum genutzt – und das schon seit über zehn Jahren, stellen SPD-Bezirksbeirat Michael Jantzer und sein Stellvertreter Eckart Jäger fest. Deshalb hat die Fraktion in der jüngsten Gremiumssitzung einen Vorschlag unterbreitet, der auf einhellige Zustimmung stieß: Auf der Fläche parallel zur Straße Im Dinkelacker soll eine Anlage für die Trendsportart Parkour entstehen. Die Stadtverwaltung wird gebeten, das Nutzungskonzept für ein solches Spiel- und Freizeitangebot im Rahmen der städtischen Initiative „Stuttgart bewegt sich“ zu prüfen.
In seiner jetzigen Form sei der Platz nicht sonderlich einladend, erläuterte Jantzer anhand von Fotos. „Die drei Bänke sind verwaist.“ Die einst aufwendig errichteten Stützen für eine mögliche Begrünung durch rankende Pflanzen stünden ohne Zweckerfüllung herum – dort wachse nichts. „Da könnte man sicher etwas Gutes draus machen.“ Die Idee: „Diese Fläche könnte als Bewegungsraum gestaltet werden und wäre für die Installation von Parkour- oder Calisthenics-Elementen für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene sicherlich geeignet“, finden die beiden Lokalpolitiker. Bereits in den Stadtteilen Degerloch, Bad Cannstatt und Neugereut gebe es entsprechende Anlagen, die sich großer Beliebtheit erfreuen würden. „Wir sind davon überzeugt, dass dies auch ein großer Gewinn für Kinder und Jugendlichen in Obertürkheim wäre.“ Dann würden sie vielleicht nicht mehr nur an verschiedenen Plätzen „abhängen“.
Parkour ist vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Auf der Straße von Jugendlichen in Frankreich erfunden und als Sport entwickelt, hat sich die Sportart in den letzten Jahren stetig weiterverbreitet. Hindernisse wie Mauern, Treppen und Gräben stehen nicht im Weg, sondern werden kreativ mit Sprüngen, Hangeln, Klettern, Rollen oder Balancieren überwunden. Grundsätzlich kann man Parkour überall unter freiem Himmel ausüben, hin und wieder sieht man auch waghalsige Sportler, die sich auf ungewöhnliche Weise einen direkten Weg durch die Stadt suchen. Aber es gibt inzwischen auch eigens zum Trainieren geschaffene Anlagen – zum Beispiel auf der Waldau, beim Gottlieb-Daimler-Gymnasium und in Neugereut. Dort wurden Betonklötze, halbhohe Mauern, Klettergerüste und Balken auf unterschiedlichen Untergründen aufgestellt. Parkour fordert den Körper und fördert die Kraft, Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Entschlossenheit.