Obst, Gemüse und Co. Warum ein Bauerngarten glücklich macht

Walburga Schillinger weiß immer, was auf den Tisch kommt: Obst, Salat und Gemüse aus dem eigenen Bauerngarten. Foto: WDR/Melanie Grande

In Seminaren und in einem Praxisratgeber gibt Walburga Schillinger viele gute Tipps, wie das Gärtnern mit Salat und Gemüse gelingt.

Den Kopf freibekommen und an nichts anderes denken als das, was man unter den Händen hat: Diese Wirkung hat Gartenarbeit auf viele Menschen. Das Beste ist, dass die Wirkung nicht erst einsetzt, wenn jemand ein 300-Quadratmeter-Grundstück beackert. Selbst wer auf dem Balkon Blumenkästen bepflanzt oder in einem Topf Tomaten zieht, genießt den Sommer noch einmal anders.

 

Hochbeete sind dabei äußerst praktische Ergänzungen: Stehen sie auf Beinen, werden sie auf der Terrasse zum Minigarten. Selbst wer mehr Platz für seine Gärtnerleidenschaft hat, schätzt ihre Vorteile. Über mangelnden Gartenplatz kann sich Walburga Schillinger nicht beschweren. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Höfenhof bei Schiltach im Landkreis Rottweil. Ein Hektar groß ist das Hofareal, auf dem sich gleich mehrere Gärten finden. Das Herzstück ist für Walburga Schillinger ihr Bauerngarten.

Gemüse in Hochbeeten anbauen

Über das „Bauerngartenglück“ hat sie sogar schon ein Buch, einen Praxisratgeber, geschrieben. Darüber hinaus gibt die 56-Jährige ihr Wissen übers Gärtnern in Seminaren weiter. Mit dem Gemüse, das sie auf dem Höfenhof anbaut, versorgt sie ihre Familie das ganze Jahr über. Irgendetwas, wächst immer. Oder ist eingemacht und kommt dann „mit Verspätung“ auf den Tisch.

Wer weniger Platz hat, um zu gärtnern, kann sein Gemüse in Hochbeeten anbauen. „Ein großer Vorteil ist die angenehme Arbeitshöhe“, meint Walburga Schillinger. Dazu kommt, dass Hochbeete genutzt werden können wie ein Frühbeet. Wer beispielsweise mit Haselnusszweigen Bögen über dem Hochbeet formt, sie befestigt und diese Bögen mit Folie bespannt, der kann mit dem Bepflanzen bereits loslegen, wenn es eigentlich noch zu kalt dafür ist.

„Du machst eine Bettflasche unten rein“, erklärt Walburga Schillinger. Sie spricht von der Befüllung des Beets mit unterschiedlichen Schichten. Am besten, rät sie, fängt man damit bereits im Herbst an. Zuunterst kommt Baumschnitt, dann folgen Unkraut- oder Pflanzenreste, anschließend Kompost. Wer selbst keinen Kompost hat, der kann zumindest Essensreste oder Eierschalen nutzen.

Holzasche als wertvoller Dünger

„Ich bin ein Fan davon, alles zu verwenden“ – mit Ausnahme von zubereiteten Speisen, die Fleisch enthalten. Alternativen sind Kompost-Erde oder normale Erde. Auf Walburga Schillingers Beete kommt zudem Holzasche, ihr Tipp für alle Hobbygärtner mit Kaminofen zu Hause. „Das ist ein ganz wertvoller Dünger.“ Allerdings darf tatsächlich nur Holz verbrannt werden.

Die Schiltacherin verteilt im Winter auf all ihren Beeten Asche wegen der darin enthaltenen Mineralstoffe. Wird das Beet tatsächlich im Herbst bereits befüllt, dann setzt sich die Masse im Winter. Hobbygärtner sollten deshalb im Frühjahr noch eine weitere Schicht Kompost oder Erde ins Hochbeet geben.

Zu voll sollte dieses aber nicht werden: Ein Gießrand von fünf bis zehn Zentimetern ist ratsam. Das sollten sich vor allem Balkon-Gärtner merken, um eine unschöne Überschwemmung zu vermeiden. Das Gute am frisch befüllten Hochbeet: der Boden. Der ist voll mit Nährstoffen, und eine Fruchtfolge müssen Hobbygärtner nicht beachten, meint die Expertin. Sie können nebeneinander anbauen, was sie wollen.

"Salat geht immer"

Genau deshalb ist das Hochbeet für Einsteiger so gut geeignet. „Da kannst du richtig viel machen.“ Nur auf die Platzierung sollte man achten: Höher wachsende Pflanzen gehören laut Walburga Schillinger in die Mitte, niedrige an den Rand des Hochbeets. Und was kommt nun rein?

„Salat geht immer.“ Rote Beete, Lauch, Steckzwiebeln, Kohlrabi, Spinat… Auch Tomaten wachsen gut im Hochbeet. Sie werden jedoch hoch und breit, dann besteht die Gefahr, dass sie anderen Pflanzen den Platz wegnehmen. Immerhin eine Gefahr ist übrigens so gut wie gebannt: Die Pflanzen im Hochbeet sind weit weg von den Schnecken.

Die Expertin Walburga Schillinger empfiehlt für den Anfang, statt Samen lieber gleich die Setzlinge zu kaufen. Dasselbe gilt für all jene, die wenig Raum haben und deshalb nicht alles vorziehen können. Für die Schiltacherin bedeutet ihr Bauerngarten und das, was in ihm wächst, noch mehr. „Ich will wissen, was auf den Tisch kommt. Das ist Lebensqualität.“

Bauerngarten im Video

Hier findet sich ein Video mit Walburga Schillinger. Wir waren zu Besuch bei ihr in Schiltach.

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