Obszöner Ausfall im US-Wahlkampf Trump verspielt es mit den Frauen
Der Republikaner hat schon immer den Macho verkörpert, aber seine Obszönitäten gegenüber Kamala Harris werden für ihn zusehends zum Problem, meint Andreas Geldner.
Der Republikaner hat schon immer den Macho verkörpert, aber seine Obszönitäten gegenüber Kamala Harris werden für ihn zusehends zum Problem, meint Andreas Geldner.
Huch, hat Donald Trump seine demokratische Konkurrentin Kamala Harris jetzt tatsächlich mit sexuellen Anspielungen unter der Gürtellinie attackiert? Nein, eigentlich darf man nicht so ironisch und zynisch werden, wenn der Republikaner einmal wieder daran erinnert, wes Geistes Kind er ist. Ein Rest von Erschrecken, ein wenig Erinnerung daran, dass ein gewisses Maß an Anstand selbstverständlich sein sollte, wenn unser gegenseitiges Zusammenleben nicht vor die Hunde gehen soll, ist ein wichtiger Reflex.
Bei seiner ersten Wahl 2016 haben Trump solche Geschichten nicht geschadet. Ob obszöne Prahlereien über sexuelle Belästigung in Umkleidekabinen oder der Ehebruch mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels – selbst den christlichen Fundamentalisten, die heute noch zu seinen strammsten Unterstützern gehören, war dies egal. Dennoch: Bei einer knappen Wahl können Trump solche Ausfälle in diesem Jahr schaden.
Noch nie war in den USA der Graben der Wahlabsichten zwischen Männern und Frauen so groß wie jetzt. Es werden am Ende die Frauen sein, die entscheiden, ob Trump wieder das Ticket ins Weiße Haus löst. Und auch konservative Frauen mussten schon 2016 die Nase fest zuhalten, um ihm ihre Stimme zu geben. Wenn Trump seine Frauenverachtung auslebt, wird auch bei Teflon-Donald etwas hängen bleiben. Und insofern muss jeder, der ihn verhindern will, ihm viele Fettnäpfchen am Wegesrand wünschen.