Kommt er oder kommt er nicht und wenn ja, ist er schon voll? Diese Frage stellen sich von Montag an wieder viele Schülerinnen und Schüler im Kreis Böblingen, die mit dem Bus in die Schule fahren wollen. Denn die Sommerferien sind vorbei und die Schule beginnt wieder. Viel getan hat sich in der Zwischenzeit allerdings nicht bei der Schulbus-Situation in und um Böblingen.
Anja Sklarski, die Böblinger Gesamtelternbeiratsvorsitzende, hatte im vergangenen Jahr an den Böblinger Schulen nachgefragt, wie voll und ob die Busse überhaupt ankommen und die teils alarmierenden Rückmeldungen dem Böblinger Landratsamt als verantwortlicher Behörde übergeben. Vor dort kam im Juni eine Rückmeldung: Man müsse erst diverse Änderungen im Busverkehr abwarten und die Situation dann neu auswerten.
Jahr für Jahr das gleiche Bild: überfüllte Schulbusse
Anja Sklarski ist demotiviert. „Seit Jahren ist die Situation die gleiche: Zu Stoßzeiten sind die Busse überfüllt. Es braucht keine neue Überprüfung“, sagt sie. Schule für Schule, Busverbindung um Busverbindung, Haltestelle um Haltestelle biete sich zu Stoßzeiten das gleiche Bild. „Ich weiß nicht, was man da noch prüfen muss“, sagt sie frustriert. Besonders schlimm findet sie auch, dass den Schülerinnen und Schülern in so jungen Jahren schon die Lust an den öffentlichen Verkehrsmitteln genommen werde. Und auch das Problem der Elterntaxen vor den Schulen werde man so natürlich nicht lösen können.
Viele Eltern würden ihre Kinder nämlich mittlerweile mit dem Auto zu Schule fahren und hätten für ihren Sprössling das Schülerabo gekündigt, weiß Sklarski. Am Rauhen Kapf beispielsweise sei der Bus, der von Schönaich komme, meist schon überfüllt, sodass niemand mehr einsteigen könne. Die älteren Kinder könnten dann vielleicht mit dem Rad zur Schule, aber bei einem Grundschulkind gestalte sich das dann schon schwieriger, so Sklarski. „Eine Mutter aus Schönaich berichtete mir, dass sie ihr Kind immer mit dem Auto nach Steinenbronn bringt, damit es mit dem Bus fahren kann“, erzählt die Gesamtelternbeiratsvorsitzende. Denn dort sei noch Platz im Bus, in Schönaich aber nicht.
Im Land fehlen 2500 Busfahrer
Ein anderer ärgerlicher Vorgang wurde der Gesamtelternbeiratsvorsitzenden aus Ehningen berichtet. Hier fahren zwei Busse mit einer Minute Abstand hintereinander her. „Hält der erste Bus aber an der Bushaltestelle, wird er vom zweiten überholt, der dann nicht anhält“, sagt Sklarski, „mit dem Ergebnis, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler in den ersten Bus passen und so an der Haltestelle zurückbleiben.“ Die Situation ist also höchst unbefriedigend.
Kurz vor dem Schulauftakt schlägt auch noch der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) Alarm. Nach Angaben der Branchenvereinigung fehlen im Land nämlich 2500 Busfahrer. Mitdieser Aussage schwindet die Hoffnung, dass sich an der Situation in Kürze etwas ändern könnte wahrscheinlich weiter. Übrig bleiben Frust, Stress und Kinder, die mitunter zu spät oder gar nicht in die Schule kommen können.