Öffentlicher Nahverkehr in der Corona-Krise Überfüllte Schülerbusse beschäftigen SSB und Stadt

Klagen über überfüllte Busse gibt es in Vaihingen schon lange. Im Bild ist ein Bus der Linie 81 an der Haltestelle Rathaus im Februar 2008 zu sehen. Foto:  
Klagen über überfüllte Busse gibt es in Vaihingen schon lange. Im Bild ist ein Bus der Linie 81 an der Haltestelle Rathaus im Februar 2008 zu sehen. Foto:  

Nicht nur vor dem Hintergrund der Pandemie fordert der Jugendrat in Stuttgart-Vaihingen zusätzliche Fahrten. Doch in die Sache kommt nur langsam Bewegung.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)

Vaihingen - Je kälter und nasser das Wetter wird, desto voller werden die Busse. Das gilt besonders für die Linien 81 und 82 in Stuttgart-Vaihingen, welche die vier großen Schulen im Stadtbezirk anfahren. Von Abstand halten wegen der Corona-Pandemie könne in den Fahrzeugen oft nicht die Rede sein, berichteten vor Kurzem zwei Vertreter des örtlichen Jugendrats. Die Mitglieder des Gremiums fordern eine Taktverdichtung auf den beiden Linien in den Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag.

Darüber hinaus wünschen sie sich Überdachungen an den Haltestellen. Das übrigens auch vor dem Hintergrund, dass manchmal gar nicht alle Schüler in den Bus passen würden und auf den nächsten warten müssten, so berichteten die Jugendräte. Sie kritisieren, dass es an den Haltestellen Fanny-Leicht-Straße (Richtung Büsnau) und Pestalozzistraße (beide Richtungen) bisher keinerlei Wetterschutz gebe, von einer Sitzbank ganz zu schweigen.

Wer ist eigentlich zuständig?

Die Jugendräte haben ihre Anliegen nun in die Fortschreibung des Nahverkehrsentwicklungsplans eingespeist. Unterstützung bekommen sie vom Vaihinger Bezirksbeirat. Die Forderungen sind keineswegs neu. Entsprechende Anträge, sowohl aus dem Jugendrat als auch aus dem Bezirksbeirat gab es in den vergangenen Jahren immer wieder.

Die Stuttgarter Stadtverwaltung und die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) tun sich mit einer Stellungnahme dennoch schwer. Eine Anfrage unserer Redaktion vom 2. November beantwortet die Pressestelle der SSB zwar umgehend. Allerdings erklärt sie sich für nicht zuständig. Die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes oder des Nahverkehrsentwicklungsplanes liege in der Regie der Landeshauptstadt, heißt es in der Mail an unsere Zeitung.

Für ein abschließendes Fazit sei es noch zu früh

Die Pressestelle der Stadt Stuttgart erklärt am 9. November, dass man die Anfrage aufgrund eines Krankheitsfalles noch nicht habe beantworten können. Am 17. November schreibt die Pressestelle, dass man zwecks einer Stellungnahme zu den Forderungen des Vaihinger Jugend- und Bezirksbeirats momentan in der Abstimmung mit der SSB sei. Wieder zehn Tage später teilt die städtische Pressestelle mit, die SSB sei „noch dabei, eine ausreichende Datengrundlage zu schaffen, um die Fragen fundiert prüfen zu können“. Die SSB habe gegenüber der Stuttgarter Verwaltung erklärt, dass es für ein abschließendes Fazit noch zu früh sei, weil die Fahrgastzahlen von Tag zu Tag schwanken würden. Bei neuen Erkenntnissen, werde die Pressestelle der Stadt umgehend informieren. Dies werde noch vor Weihnachten der Fall sein.

Immerhin scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Dem Vernehmen nach werden auf den Linien aktuell Fahrgastzahlen erhoben, und zwar sowohl von automatischen Zählern als auch von Mitarbeitern der SSB.

Für eine Stellungnahme zu der Frage, unter welchen Voraussetzungen und wann die genannten Haltestellen mit einem Wetterschutz ausgestattet werden können, sind die Fahrgastzahlen freilich von untergeordneter Bedeutung. Diese Frage hat die städtische Pressestelle nun wieder an die SSB weitergegeben, welche sich aber vor einem Monat generell für nicht zuständig erklärt hat.




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