Öffentlicher Nahverkehr in Ditzingen Rat macht sich stark für die Stadtbahn

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Die Pläne für eine Trasse der U 13 ins Industriegebiet werden konkret. Das dürfte die Nachbarn freuen.

Der öffentliche Personennahverkehr  soll ausgebaut werden. Foto: Lichtgut/Archiv
Der öffentliche Personennahverkehr soll ausgebaut werden. Foto: Lichtgut/Archiv

Ditzingen - Wenn alles nach Plan läuft, wird in zehn Jahren die Stadtbahn nach Ditzingen fahren. Mit dieser Botschaft ist der Chefplaner der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) am Dienstag in den Ditzinger Gemeinderat gekommen. „Für ein Infrastrukturprojekt ist das eher relativ zügig“, sagte Volker Christiani.

Die Diskussion um den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs hatte an Dynamik gewonnen, nachdem die SSB bei der Standortsuche für einen weiteren Betriebshof im Nordwesten der Landeshauptstadt im Stuttgarter Stadtteil Hausen fündig wurde. Der Betriebshof – vorbehaltlich der Zustimmung des Regionalverbands und des Stuttgarter Gemeinderats – befindet sich an der Markungsgrenze zu Ditzingen. Die Zustimmung seiner Stadt verband der Oberbürgermeister Michael Makurath mit der Forderung einer Anbindung Ditzingens an die Stadtbahn.

Von Weilimdorf über Hausen nach Ditzingen

Christiani präsentierte den Stadträten bereits erste Überlegungen zum Trassenverlauf. Demnach verläuft die neu konzipierte Linie U 13 vom Stuttgarter Stadtteil Weilimdorf an der B 295 entlang zum neuen Betriebshof. Von dort fährt sie südlich, am Herdweg entlang nach Nordwesten. Sie quert bei der Firma Bürger die Autobahn, folgt der A 81, ehe sie bei Thales nach Norden abknickt. Das Gewerbegebiet – also Thales und Trumpf – sollen mit einem eigenen Stopp angebunden werden. Damit nicht genug: „Von der technischen Machbarkeit ist eine Trasse von der Haltestelle bei Thales bis zum Ditzinger Bahnhof denkbar“, führte Christiani aus.

„Das macht das mögliche Potenzial dieser Überlegungen deutlich“, sagte Makurath. Es sei eine „einmalige Chance“ für die Stadt – aber auch, um das Ziel zu erreichen, mehr Pendler auf die Schiene zu bekommen. „Wir sollten überlegen, wie wir diese Pläne unterstützen können.“

Dafür musste er bei den Gemeinderatsfraktionen freilich nicht werben. Unisono verliehen diese ihrer Freude über die SSB-Pläne Ausdruck. Das Vorhaben muss nun die Zustimmung der politischen Gremien bekommen. Damit die Maßnahme vom Bund gefördert wird – was für die Realisierung nötig ist – muss ihre Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden.

Regionalverband muss zunächst zustimmen

Zunächst hat der Planungsausschuss des Regionalverbands das Wort, er muss dem Bau des Betriebshofs zustimmen. Er liegt in einer streng geschützten Grünzäsur. „Wir haben zum Glück den OB in der Region“, sagte die Grünen-Rätin Doris Renninger. Michael Makurath (parteilos) sitzt für die SPD im -Regionalparlament. Der CDU-Stadt- und Regionalrat Sven Sautter erinnerte an die Überlegungen seiner Fraktion zur Anbindung der Stadt an das Stadtbahnnetz. Ditzingen sollte einst über Gerlingen angebunden werden. „Seitdem begleitet uns das Thema“, so Sautter. Der Oberbürgermeister mischte sich nicht in das Parteiengeplänkel ein. An der Stadtbahn prangten „weder die drei Buchstaben CDU noch SPD, sondern SSB“.

So wenig die Ditzinger an diesem Abend in die politische Diskussion einstiegen, so sehr dürften sich die Schwieberdinger und Korntal-Münchinger über deren Bekenntnis freuen. Die Anbindung des Schwieberdinger Gewerbegebiets wird seit langem diskutiert. Zudem gibt es in Korntal-Münchingen Überlegungen, die Stadt und damit den regionalen Gewerbeschwerpunkt über Stammheim bis nach Stuttgart zu erschließen.

Der Bürgermeister Joachim Wolf will diesen Plan beim Stadtbahngipfel am 6. Juli im Landratsamt vorbringen. Bei diesem geht es um den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis. Während der Landrat auf die Stadtbahn setzt, favorisiert der Ludwigsburger Rathauschef Überlandbusse. Der SSB-Chefplaner ging darauf in Ditzingen nicht ein. Gleichwohl sagte er auch: „Das Stadtbahnliniennetz in Stuttgart wächst sehr, sehr dynamisch.“

Zunächst hat am 11. Juli der Regionalverband das Wort. Stimmt er zu, soll die Trasse nach der Sommerpause festgelegt werden. Im ersten Schritt würde von 2023 bis 2025 die Trasse von Weilimdorf nach Hausen sowie das Depot gebaut werden. Bis 2028 würde das Ditzinger Industriegebiet angebunden.




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