Busfahren ist für Isil Aksoy mehr als nur ein Beruf, es ist Leidenschaft. Das spüren die Fahrgäste – und wählten den Bissinger deshalb zum Busfahrer des Jahres im Kreis Esslingen.

Freudestrahlend nimmt Isil Aksoy die Urkunde und den Wimpel entgegen: Busfahrer des Jahres 2025 steht darauf. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal in den Händen halten werde“, sagt der Bissinger sichtlich ergriffen. Die Auszeichnung bedeute ihm viel: „Ich habe mir das immer gewünscht. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“

 

Seit 20 Jahren schon bringt Isil Aksoy im Kreis Esslingen Fahrgäste an ihr Ziel. Sicher und umsichtig, wie Jan Neidhardt, der Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS), betont. „Und immer mit einem Lächeln im Gesicht oder einem lockeren Spruch auf den Lippen“, fügt Esslingens Landrat Marcel Musolf hinzu. Der frühere Bissinger Bürgermeister kennt den 57-Jährigen gut. „Mein Sohn fährt häufig bei ihm im Bus mit.“ Zudem engagiere sich Aksoy in seiner Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr im Ort. „Dort ist es wie im Bus“, findet der Vollblutbusfahrer. „Man ist für andere da und hilft, wo man gebraucht wird.“

Der VVS-Chef, der Landrat und die Geschäftsführer der mit dem Linienverkehr beauftragten Busunternehmen sind stolz auf den prämierten Busfahrer. Foto: Markus Brändli

Busfahrer des Jahres: „Jeder Arbeitstag ist eine Freude“

Für ihn sei der Beruf nicht nur Arbeit, sondern ein wahr gewordener Kindheitstraum, erzählt Isil Aksoy schmunzelnd. Schon als kleiner Junge sei er von den großen Fahrzeugen fasziniert gewesen. „Ich habe es geliebt, in der ersten Reihe zu sitzen, um den großen Lenker und all die Knöpfe zu bestaunen.“ Heute sitze er selbst ganz vorne. „Und es ist schöner, als ich es mir damals vorgestellt habe.“ 

Busfahrer wurde er dennoch erst im zweiten Anlauf, zunächst war er als Industriemeister für Weberei tätig. „Aber ich war in diesem Beruf nicht glücklich.“ Jetzt sei „jeder Arbeitstag eine Freude“, beteuert Isil Aksoy aufrichtig. Selbst herausfordernde Situationen mag er: „Dann fühle ich mich wie ein Kapitän auf stürmischer See.“ Die eigentliche Kunst sei es, immer Ruhe zu bewahren. Auch, wenn es mal hektisch werde. „Und wenn am Ende alle Fahrgäste pünktlich ankommen, dann weiß ich, ich habe meinen Job gut gemacht.“

Für das Bissinger Busunternehmen Weissinger fährt er aktuell auf den Linien 173, 175, 176 und 177. Geschäftsführerin Tina Weissinger-Eberhardt freut sich mit Aksoy über die Auszeichnung. „Die Wahl zum Busfahrer des Jahres zeigt, wie sehr sein Engagement und seine Professionalität auch außerhalb unseres Unternehmens wahrgenommen und geschätzt werden.“ Stolz ist auch der Auftraggeber: „Die Fahrgäste spüren sofort, dass hier jemand mit Herzblut dabei ist – und genau das macht unseren Nahverkehr so stark“, lobt Mark Hogenmüller, der Geschäftsführer von Omnibus-Verkehr Ruoff (OVR).

Seit 2004 sucht der VVS die Busfahrerin oder den Busfahrer des Jahres. Fahrgäste können in einem Onlineportal ihre Nominierung einreichen. Eine Jury sucht aus den eingereichten Namensvorschlägen – insgesamt waren es 160 in diesem Jahr – die Gewinner in den fünf Landkreisen und der Stadt Stuttgart aus.

Busfahrer des Jahres ist „Aushängeschild des ÖPNV“

Isil Aksoy war einer von 15 Nominierten im Kreis Esslingen. Die Wahl fiel auf ihn, weil er „ein Aushängeschild des ÖPNV sei“, wie der VVS-Chef bei der Preisverleihung hervorhebt. Seine Fahrgäste würden an ihm besonders schätzen, dass er sich Zeit nehme, auf die Menschen einzugehen. Sie loben: „Man freut sich jedes Mal, wenn er der Fahrer ist.“

Die Auszeichnung soll laut Neidhardt aber nicht nur ein Dank für vorbildhaftes Engagement sein, sondern auch ein Signal: „Wir wollen Menschen ermutigen, sich für diesen Beruf zu entscheiden. Der öffentliche Nahverkehr braucht engagierte Persönlichkeiten, die mit Herz und Verstand bei der Sache sind.“