ÖPNV im Kreis Ludwigsburg Wunsch und Wirklichkeit

Der Busverkehr ist wegen vieler Verspätungen im Kreis Ludwigsburg nicht allzu attraktiv. Foto: Werner Kuhnle

Viele Baustellen und ein funktionierender Busverkehr, das schließt sich nicht selten aus. Alles auf einmal zu wollen, ist für unsere Autorin Sabine Armbruster ein Irrweg.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Das Ziel der Landesregierung ist ehrgeizig: Bis zum Jahr 2030 sollen die Fahrgastzahlen im ÖPNV gegenüber dem Jahr 2022 verdoppelt werden. Bus und Bahn zu fahren, müsse „cool“ werden, so Verkehrsminister Winfried Hermann wörtlich.

 

Ob die Fahrgäste es cool finden, wenn die „Öffis“ immer wieder zu spät oder gar nicht kommen, darf bezweifelt werden. Da dürfte es schon eher manchem kalt geworden sein, der zur Winterszeit länger oder gar vergeblich auf Bus oder Bahn warten musste. Denn auch im ÖPNV schlägt der Fachkräftemangel zu. Hinzu kommen eine enorme Zahl an Baustellen und zunehmende Temporeduzierungen, die für Verspätungen sorgen.

Sowohl Baustellen als auch Tempo-30-Zonen sind ohne Zweifel nötig, um die Infrastruktur zu erhalten oder zu verbessern und verkehrsgeplagte Anwohner zu entlasten. Angesichts der hohen Bevölkerungsdichte im Landkreis Ludwigsburg – mit seiner Einwohnerzahl liegt er in Baden-Württemberg an zweiter Stelle – ist auch klar, dass dies ohne ÖPNV nicht geht. Ebenso klar ist aber auch, dass man in einer Sackgasse landet, wenn man versucht, alle Probleme gleichzeitig zu lösen. Man sollte wieder lernen, den ersten Schritt vor dem zweiten zu tun. Sonst kommt nicht nur der ÖPNV ins Stolpern.

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