Stuttgart - Frühestens im Juli wird der regionale Verkehrsausschuss darüber entscheiden, ob auf der Schusterbahn zwischen Untertürkheim und Kornwestheim mehr Züge fahren. Dann sollen verschiedene Verbesserungen – beispielsweise ein 15-Minuten-Takt am Samstagen oder eine Ausweitung des Nachtverkehrs der S-Bahn – in einer Klausurtagung bewertet und priorisiert werden.
Zwar hatte sich eine Mehrheit aus Grünen, SPD, FDP und Linke/Pirat in einem Antrag dafür ausgesprochen, vom Dezember 2021 an einen ganztägigen Stundentakt einzuführen. Nach Bedenken von CDU/ÖDP, Freie Wähler und AfD wegen der Finanzierung soll nun aber die Klausur abgewartet werden. Die Kosten müssten über die regionale Verkehrsumlage bezahlt werden, die von der Stadt Stuttgart und den Kreisen aufgebracht wird.
Stundentakt bereits angemeldet
Allerdings beinhaltet der Beschluss auch, dass die Region den Stundentakt bereits für den kommenden Fahrplan anmeldet. Wenn sich also eine Mehrheit dafür findet, könnte der Stundentakt auf der Schusterbahn, auf der momentan nur morgens und abends im Berufsverkehr Nahverkehrszüge unterwegs sind, umgesetzt werden. Das wäre mit Kosten von 1,8 Millionen Euro pro Jahr und etwa 500 zusätzlichen Fahrgästen verbunden.
Später bis nach Esslingen
In einer Studie hat die DB Netz AG aber darauf hingewiesen, dass die Strecke stark vom Güter- und Fernverkehr genutzt wird und deshalb ein ursprünglich von den vier Fraktionen bevorzugter 30-Minuten-Takt zwischen Bietigheim-Bissingen und Plochingen unter Einbeziehung der Schusterbahn nicht umsetzbar sei. Dagegen seien ein Stundentakt zwischen Bietigheim-Bissingen und Esslingen, der von den vier Fraktionen nun favorisiert wird, und ein 30-Minuten-Takt zwischen Ludwigsburg und Untertürkheim möglich. Doch dafür sind Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur an den Bahnhöfen Münster und Kornwestheim nötig.