ÖPNV in Marbach Antrag für 15-Minuten-Takt in Rielingshausen

Die Bushaltestellen in Rielingshausen könnten womöglich zu den Hauptverkehrszeiten häufiger angesteuert werden. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Die CDU in Marbach-Rielingshausen im Kreis Ludwigsburg regt an, den Busverkehr zu vorgerückter Stunde etwas auszudünnen und dafür in den Stoßzeiten die Frequenz zu erhöhen.

Bei den meisten politischen Akteuren ist inzwischen Konsens, den ÖPNV stärken zu wollen. Doch das hehre Ansinnen wird oft durch Erfahrungen der Pendler in der Praxis konterkariert. Busse fahren einem zum Beispiel vor der Nase weg, auf den nächsten muss man eine gefühlte Ewigkeit warten. Also setzt man sich doch wieder ins Auto. Eine Tendenz, die der Verkehrsexperte Jochen Biesinger gerade dezidiert auch für den Marbacher Stadtteil Rielingshausen registriert hat. Und der CDU-Mann brachte für seine Fraktion nun im Ortschaftsrat auch einen Vorschlag ein, wie der Trend vielleicht wieder umgekehrt werden könnte.

 

Umschichtung der Kapazitäten vorgeschlagen

Die Christdemokraten schlagen vor, in den späten Abendstunden den Busfahrplan auf der Linie Marbach-Rielingshausen etwas auszudünnen und die dadurch frei werdenden Kapazitäten werktags in den Stoßzeiten einzusetzen, um dort einen 15-Minuten-Takt zu erreichen. Aktuell pendeln die Busse montags bis samstags von Betriebsanfang bis -ende fast durchgängig alle 30 Minuten zwischen der Kernstadt und Rielingshausen, unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage. „Die Busfahrer selbst sagen, sie haben nach 22.30 Uhr und bis um 1.30 Uhr manchmal keinen einzigen Fahrgast mehr, insbesondere anfangs der Woche“, erklärte Biesinger jetzt im Ortschaftsrat. „Das wirft die Frage auf, ob das sein muss und ökologisch sinnvoll ist“, sagte er. Vielleicht sei es ja möglich, „die Leistung zu einer anderen Uhrzeit sinnvoller zu erbringen“.

Konkret könnte sich die CDU vorstellen, dass die Busse im Spätverkehr nur noch jede Stunde unterwegs sind, zu den Stoßzeiten unter der Woche dafür alle 15 Minuten. Einen entsprechenden Antrag haben die Christdemokraten bei der Stadtverwaltung hinterlegt, die sich dafür beim Landkreis und dem zuständigen Busunternehmen einsetzen möge. Eine Umsetzung sei spätestens zum Jahresfahrplanwechsel Mitte Dezember anzustreben.

Keine Zuschläge und attraktivere Arbeitszeiten in Aussicht

Biesinger geht davon aus, dass der Linienbetreiber finanziell davon sogar profitieren könnte, weil die Abendzuschläge wegfallen. Und man finde womöglich leichter Personal wegen attraktiverer Arbeitszeiten. Zudem lasse sich zu den Stoßzeiten wahrscheinlich über Ticketverkäufe mehr Geld generieren. Die Unzuverlässigkeit der S-Bahn lasse sich dann für die ÖPNV-Nutzer obendrein leichter verkraften. Verpasse man wegen einer Verspätung eines Zugs den Anschlussbus, müsse man nicht lange auf den nächsten warten.

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