Die Bürgerinnen und Bürger aus Botnang, Feuerbach und Weilimdorf können weiterhin auf ihre Ortsbusse zählen. Die Stadt wird die Projekte finanziell unterstützen, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. „Den Unterstützern der Bürger- und Ortsbusse gebührt großer Dank für ihren Einsatz. Sie haben sich die Hilfe der Stadt mehr als redlich verdient. Mit dem klaren Auftrag des Gemeinderats im Rücken konnten wir jetzt ein ordentliches Hilfspaket schnüren“, sagt Martin Körner, der Leiter des zuständigen Grundsatzreferats bei Oberbürgermeister Frank Nopper.
Die Folgen der Coronapandemie hatten auf die Bürger- und Ortsbusse gravierende Auswirkungen. Deren Fahrgastzahlen hatten sich im Jahr 2021 zwar erholt, jedoch noch nicht das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Zudem waren die Betriebskosten wegen der Energiepreise stark angestiegen. Die Buslinien waren bislang rein privat finanziert, sie waren daher akut in ihrer Existenz bedroht.
Das jährliche Defizit könnte bei 36 000 Euro pro Busverkehr liegen
Die Stadträte von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Die Fraktion, Puls, der FDP und den Freien Wählern haben beschlossen, die Defizite teilweise durch einen „Corona- und Energiekosten“-Rettungsschirm auszugleichen. Dieser Rettungsschirm soll die Mindereinnahmen wegen gesunkener Fahrgastzahlen und der geringeren Werbeeinnahmen der vergangenen drei Jahre sowie die gestiegenen Betriebskosten im laufenden Jahr kompensieren. Für dieses Jahr fließen daher insgesamt 54 000 Euro an die Betreiber der Bürger- und Ortsbusse in den drei Stadtbezirken. Auch die Zusatzkosten für die weiterhin hohen Energiekosten sollen damit abgedeckt werden. Für jede der drei Buslinien wird dabei mit rund 6000 Euro gerechnet. Die Betreiber stehen zudem vor Investitionen, da die Busse in den kommenden Jahren ersetzt werden müssen.
Die Gemeinderatsfraktionen haben beschlossen, dass die Stadtverwaltung Lösungswege erarbeiten soll, wie diese finanziellen Defizite in Zukunft gedeckt werden können. Zurzeit geht die Stadtverwaltung von einem Defizit von 36 000 Euro pro Jahr und Busverkehr aus.
Zudem gibt es einen Vorschlag für ein neues Ticketmodell: Die Betreiber werden gebeten, ab dem laufenden Jahr alle Tickets des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) anzuerkennen. Das wäre eine große Verbesserung: Die Nutzer könnten dann mit einem Verbundticket die Bürger- und Ortsbusse ohne Aufpreis nutzen.