Auf dem Gelände neben der Aidlinger Sonnenbergschule soll ein Wohn- und Pflegequartier entstehen. Das Aidlinger Diakonissenmutterhaus will das Grundstück an die KIAG Grundbesitz GmbH in Stuttgart verkaufen, damit das Unternehmen dort 66 Wohneinheiten, 60 Pflegeplätze und eine Tiefgarage bauen kann. Die Gemeinde Aidlingen begleitet die städtebauliche Planung.
Aus der Anwohnerschaft gibt es Kritik an dem Vorhaben. Eine Anwohnerin will das Projekt mit einer anonym gestarteten Online-Petition verhindern, weil sie eine Einschränkung ihrer Wohn- und Lebensqualität erwartet. Bisher haben dafür 46 Menschen aus Aidlingen unterschrieben.
In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag meldete sich eine weitere Anwohnerin aus der Sonnenbergstraße zu den Plänen zu Wort – in diesem Fall auch namentlich. Ihr Fokus lag allerdings auf Themen, die in der Petition eher nachrangig erwähnt werden. So äußerte die Anwohnerin Bedenken wegen der Hanglage, die das Areal aus ihrer Sicht für ältere und in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen ungeeignet mache. Außerdem sieht sie ein Parkplatzproblem voraus – zumal im Rahmen der Sanierung der Sonnenbergstraße weitere Parkplätze zugunsten von Bäumen wegfallen sollen.
Bürgermeisterin Helena Österle handelte die Fragen zügig ab. Man sei ja noch in der Planung, bisher gebe es nur einen Aufstellungsbeschluss. Kommendes Jahr werde es beim Beteiligungsverfahren noch ausreichend Gelegenheit geben, Kritik und Bedenken vorzutragen.
Ein alternativer Standort, der auch auf der Petitions-Plattform gefordert wird, ist das Areal neben der Ortsbücherei. Diese Fläche sei laut Bürgermeisterin Österle aber nach wie vor für ein Ärztehaus vorgesehen. Außerdem gehörten dort nicht alle Grundstücke der Gemeinde und es gebe zudem baurechtliche und planungsrechtliche Hürden. „Selbst wenn diese Fragen gelöst würden, wäre das Projekt dort in absehbarer Zeit nicht umsetzbar“, erklärt Österle, warum man weiterhin auf das Areal südöstlich der Sonnenbergschule setze. „Wir unterstützen das Projekt an diesem Standort, weil dort die Rahmenbedingungen passen und die Chance besteht, ein zukunftsfähiges Wohn- und Pflegeangebot für Aidlingen zu schaffen“, so die Bürgermeisterin.