Zahlreiche Menschen in Deutschland sehen Monogamie nicht als die einzige Möglichkeit in einer Partnerschaft an. Für wie viele käme das Konzept einer offenen Ehe infrage?
Für die einen sind offene Beziehungen ein klares No-Go, für andere das ehrlichste Modell der Liebe. Eine Umfrage von Civey im Auftrag von watson zeigt: Auch bei verheirateten Partnern stößt das Konzept auf Interesse.
Offene Beziehung: Anklang bei Jung und Alt
Eine offene Ehe beschreibt das Einvernehmen in einer Partnerschaft, auch mit anderen Personen zu schlafen. Polyamorie geht dabei noch einen Schritt weiter und grenzt sich insofern davon ab, als dabei auch richtige Liebesbeziehungen mit mehreren Personen gleichzeitig entstehen und gepflegt werden. 18 Prozent der Befragten in der Umfrage ziehen eine offene Beziehung als eine mögliche Alternative zur Monogamie in Betracht. 10 Prozent äußerten sich unentschieden.
Das Beziehungsmodell findet dabei nicht nur bei Jüngeren Anklang, sondern auch bis ins hohe Alter. Besonders stark ausgeprägt ist die Offenheit laut der Umfrage bei den 18- bis 29-Jährigen: 26 Prozent dieser Altersgruppe können sich vorstellen, in einer offenen Beziehung zu leben. Bei älteren Befragten sinkt der Anteil leicht. Allerdings findet das Beziehungsmodell auch dort Anklang. 16–19 Prozent der 30-64-jährigen würden gegebenenfalls eine offene Beziehung in Betracht ziehen. Bei 15 Prozent der Befragten Ü65 stoßen offene Beziehungen auf Interesse.
Offene Ehe: Mehr als jede/r Siebte interessiert
Ledige und Geschiedene sind mit 23 Prozent offenen Beziehungen gegenüber aufgeschlossener als Verheiratete oder Verwitwete. Dennoch können sich auch 15 Prozent der verheirateten Befragten vorstellen, eine offene Ehe zu führen. 9 Prozent der Partner in einer Ehe waren unentschlossen, ob das für sie infrage käme.
Klare Mehrheit jedoch weiterhin für Monogamie
Rund 72 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, sich eine offene Beziehung nicht vorstellen zu können. Die große Mehrheit in Deutschland hält somit an der klassischen Zweierbeziehung fest. Damit zeigt sich: Die klassische Partnerschaft ist zwar weiterhin der Standard, aber es gibt einen Anteil, der sich nach mehr Freiheit sehnt. Ein Unterschied zeigt sich zwischen den Geschlechtern: 22 Prozent der Männer könnten sich laut der Umfrage eine offene Beziehung vorstellen, aber nur 14 Prozent der Frauen.
Bei der Frage nach den Gründen gegen eine offene Beziehung sagten 59 Prozent, sie seien in ihrer monogamen Beziehung glücklich. Weitere 5 Prozent nannten Partner:innen, die nicht offen dafür wären, oder schlicht Unsicherheit, da sich 2 Prozent der Befragten nicht trauen würden. 25 Prozent verwiesen auf andere Gründe und 19 Prozent machten keine Angabe oder wussten nicht, warum.