Offizielle Einweihung der Ortsdurchfahrt Oberberken Happy End für eine Sanierung voller Dramen

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Historische Funde, böse Überraschungen im Untergrund und schlechtes Wetter haben bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt im Schorndorfer Teilort Oberberken für zeitlichen Verzug und zu einer Kostenexplosion geführt. Am Samstag wird die neu gestaltete Strecke offiziell eingeweiht.

Seit 7. April ist die sanierte Ortsdurchfahrt in Schorndorf-Oberberken für den Verkehr freigegeben, am Samstag wird sie offiziell eingeweiht. Foto: Gottfried Stoppel
Seit 7. April ist die sanierte Ortsdurchfahrt in Schorndorf-Oberberken für den Verkehr freigegeben, am Samstag wird sie offiziell eingeweiht. Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf - Zum Schluss war es dann doch noch einmal ein Kraftakt. In nur wenigen Tagen wurde nach Ostern die Ortsdurchfahrt im Schorndorfer Teilort Oberberken fertiggestellt. Zu sanieren war noch der letzte von insgesamt fünf Bauabschnitten, zudem musste nicht nur auf diesem, sondern auch auf dem vierten Abschnitt die Asphaltdecke aufgebracht werden. „Das konnten wir im Dezember aufgrund der schlechten Witterung nicht mehr erledigen“, erläutert Daniela Mahn, Mitarbeiterin der Planungsabteilung der Zentralen Dienste Schorndorf. Zwar sei auch beim Endspurt das Wetter nicht perfekt gewesen, dafür sei sonst alles glatt gegangen. „Wir haben auch keine weiteren Bohlenwege gefunden“, sagt Daniela Mahn.

Ein Strauß an Überraschungen

Der Fund dieser historischen Straße ist einer der vielen Gründe, warum bei der Sanierung der 730 Meter langen Strecke in Oberberken fast nichts nach Plan lief. Wenn die Landesstraße am kommenden Samstag offiziell eingeweiht wird, dann passiert das gut fünf Monate später als ursprünglich angepeilt. Bereits beim Baggerbiss im vergangenen März wurde festgestellt, dass sich im Untergrund nicht nur Asphalt und Schotter, sondern auch Teerreste befinden – weswegen der Aushub aufwendig sondiert und zum Teil als Sondermüll entsorgt werden musste. Zudem wurden viele Abwasser- und Drainageleitungen entdeckt, die kreuz und quer verliefen und in der Regel ausgebaut und geordnet angeschlossen werden mussten. Durch das Grundwasser war zudem der Baugrund aufgeweicht und musste teilweise ausgetauscht werden. Zudem musste insgesamt bei der Sanierung viel tiefer gegraben werden als geplant.

Dreimal so teuer als geplant

Diese Maßnahmen haben nicht nur einen zeitlichen Verzug, sondern auch eine Explosion der Kosten mit sich gebracht: Wie im vergangenen November im Gemeinderat Schorndorf mitgeteilt, wird die Erneuerung der Landesstraße, des Kanals, der Wasser- und Stromversorgung sowie der Straßenbeleuchtung statt der angepeilten 1,3 Millionen Euro laut Hochrechnung etwa 3,8 Millionen Euro kosten. „Die Schlussrechnung ist zwar noch nicht gemacht, aber wir gehen immer noch von dieser Summe aus“, sagt Daniela Mahn. Das Land hat die Maßnahme mit 515 500 Euro bezuschusst.

Um die Bewohner von Oberberken und die Pendler in Richtung Göppingen nicht über Gebühr mit der Sperrung der Ortsdurchfahrt zu belasten, wurde die Strecke Mitte Dezember so weit fertig gestellt, dass sie wieder befahrbar war. „Im Januar haben wir dann die Flächen neben der Straße saniert, zudem wurde eine neue Bushaltestelle gebaut“, berichtet Daniela Mahn. Wiederum das schlechte Wetter hat dann dafür gesorgt, dass die restlichen Arbeiten erst nach Ostern in einem groß angelegten Endspurt erledigt werden konnten. „Am Samstag, 7. April, um 18 Uhr haben wir die Strecke dann wieder freigegeben“, erzählt Daniela Mahn. Und mittlerweile seien nun auch die allerletzten Arbeiten erledigt.