Ohne Genehmigung losgelegt Stadt stoppt Umbau des früheren Gasthauses Rose in Remseck-Hochberg
Die neuen Eigentümer der ehemaligen Gaststätte im Kreis Ludwigsburg hatten wohl mit einer Umgestaltung begonnen, aber dafür kein Okay der Behörden.
Die neuen Eigentümer der ehemaligen Gaststätte im Kreis Ludwigsburg hatten wohl mit einer Umgestaltung begonnen, aber dafür kein Okay der Behörden.
Der eine oder andere Hochberger mag vielleicht schon davon geträumt haben, dass die frühere Traditionsgaststätte Rose direkt an der Hauptstraße bald wieder in neuem Glanz erstrahlt und zur Einkehr einlädt. Immerhin konnte man bei einem Blick durch die Fenster erkennen, dass im Innern der seit rund zehn Jahren brach liegenden Wirtsstube plötzlich gearbeitet wurde. Doch aktuell müssen Hämmer, Bohrer und anderes Gerät schon wieder ruhen. An dem Anwesen wurde ein Aushang der Stadt Remseck angebracht, wonach das Vorhaben „baupolizeilich eingestellt“ worden sei.
Die Gründe sind auf dem Papier ebenfalls aufgeführt. Das Projekt sei in Angriff genommen worden „ohne die dafür erforderliche baurechtliche sowie denkmalschutzrechtliche Genehmigung“. Philipp Weber, Pressesprecher der Stadt, bestätigt, dass die Kommune den Stecker gezogen hat.
„Es waren im Inneren bereits Vorarbeiten und auch Leichtbauwände eingebaut worden“, erklärt er. Das wäre vielleicht bei einer anderen Immobilie nicht der Rede wert gewesen. Doch das ehemalige Gasthaus Rose ist kein x-beliebiges Gebäude. Es handele sich um Kulturdenkmal, betont Weber. „Gerade deswegen sind bei allen baulichen Tätigkeiten beziehungsweise Änderungen vorherige Absprachen und nachfolgende Anträge notwendig. Dies hat nicht in der üblichen Form stattgefunden“, berichtet er. Als man erfahren habe, dass Konflikte mit dem Bau- und dem Denkmalschutz entstanden waren, seien die Arbeiten gestoppt worden.
Wobei in dem Gebäude auch keine Revitalisierung des gastronomischen Betriebs angestrebt worden sei. Der neue Eigentümer der Rose habe in den Räumlichkeiten Wohnraum schaffen wollen.
Vielleicht wird der Besitzer sein Ziel auch noch verwirklichen können. Denn hinter den Kulissen wird versucht, die Kuh vom Eis zu bekommen. Die Stadt befinde sich im Austausch mit dem Bauherren, sagt Pressesprecher Weber. Außerdem habe bereits ein Termin stattgefunden, bei dem die Höhere Denkmalbehörde des Regierungspräsidiums Stuttgart mit im Boot gewesen sei. Und die Signale in Richtung des Eigentümers scheinen eher auf Grün zu stehen. „Nach derzeitiger Sachlage werden vermutlich keine weiteren denkmalschutzrechtlichen Einwendungen kommen“, erklärt Weber. Es könne also wohl weitergebaut werden.
Allerdings muss der Eigentümer zunächst die erforderlichen Genehmigungen einholen. Zum einen müsse der Bauherr einen Antrag auf eine Nutzungsänderung stellen, erklärt Weber. Schließlich solle die Gaststätte in Wohnraum umgewidmet worden. Zum anderen werde ein denkmalschutzrechtlicher Antrag benötigt. Sind die Gesuche eingegangen, könne darüber entschieden werden. „Der Baurechts- und Denkmalschutzbehörde liegt bis dato allerdings noch nichts vor“, stellt der Pressesprecher klar. Bedeutet: Die Umgestaltung der Rose muss weiter ruhen.