Olga-Areal im Stuttgarter Westen Saloppe Stadtplanung von Kinderhand

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Die Grünflächen beim Olga-Areal im Stuttgarter Westen werden später intensiv von Kindern genutzt. Grundschüler haben nun ihre Ideen eingespeist und finden bei den Planern Gehör.

Die Klasse 2b begibt sich auf Stadtteil-Exkursion zum Olga-Areal. Foto: privat
Die Klasse 2b begibt sich auf Stadtteil-Exkursion zum Olga-Areal. Foto: privat

S-West - Labyrinthe, Rutschen, Wasserspiele und natürlich darf auch eine Seilbahn nicht fehlen: Kinder haben die Grünflächen beim entstehenden Olga-Wohnareal entlang ihrer Wünsche und fernab öder Sachzwänge überplant. Vermutlich wird keiner der Grundschüler-Entwürfe eins zu eins umgesetzt. Aber ihr unverstellter Blick und ihre Nonchalance helfen dabei, gute Lösungen zu finden. Zugleich haben die Zweitklässler in ihren Entwürfen ihre Ansprüche an die kleine grüne Oase formuliert, die sich von diejenigen erwachsener Nutzer unterscheiden und die nun in die Planungen einfließen.

Picknick und Verstecke

Zum Hintergrund: im Zuge der Planung des Olga-Areals wird die öffentliche Freifläche an der Hasenbergstraße neu gestaltet. Das Büro faktorgruen hat dazu einen ersten Entwurf vorbereitet, zu dem in einem Bürgerbeteiligungsprozess Bewertungen und Anregungen gesammelt wurden. Ende Januar wurden 23 Kinder der Klasse 2b der Schwabschule zu Stadtteilforschern und brachen zu einer Begehung des nahe gelegenen Olga-Areals auf. Mit von der Partie waren außer der Klassenlehrerin Vertreter des Projekts Kinderstadtteilforschung und des Jugendamtes. Die Kinder sollten sich zunächst einen Eindruck verschaffen von der Größe des Platzes entlang der Hasenbergstraße, von dessen Umgebung, der Straßenführung und den umliegenden Spielplätzen und Parkanlagen. Nach ihren Wünschen befragt, fielen den Kindern spontan Wasserspiele und Klettergeräte ein, berichtet Ulrike Tamme vom Jugendamt der Stadt. Die beliebtesten Spielgeräte seien Rutschen und eine Seilbahn gewesen. Zwei Jungs hätten sich ein Trampolin als ultimativen Glücksbringer gewünscht. Ebenfalls wichtig war den Kindern die Möglichkeit, sich in Büschen, einer Höhle oder einem Labyrinth verstecken zu können, heißt es in einem Bericht des Jugendamtes über den Workshop mit den Kindern. Auch das Ausruhen in schöner Umgebung mit Picknickplätzen sowie eine Art Verpflegungsstation vor Ort wurden genannt. Bäume und Blumen durften auch nicht fehlen.

Während der Begehung fiel den Kindern auf, dass die Querung der Breitscheidstraße zum angrenzenden „roten“ Spielplatz aufgrund der durchgängigen beidseitigen Parkierung sehr unübersichtlich, schwierig und wegen hoher Geschwindigkeiten des Durchgangsverkehrs gefährlich ist. „Auch wenn es von den Kindern nicht direkt zum Ausdruck gebracht wurde, wurde deutlich, dass darauf geachtetwerden muss, die Straßenquerung zur Breitscheidstraße übersichtlicher und sicherer zu gestalten“, heißt es im Bericht von Ulrike Tamme. Die Idee eines Kindes dazu war: „Eine Rutsche über die Straße bauen!“

Klettern und Plantschen

Im nächsten Schritt lernten die Kinder den Planentwurf von faktorgruen kennen, der ihnen im Übrigen nicht schlecht gefiel. Aber ein paar Anregungen fielen ihnen schon ein: Dass es ein Klettergerüst geben soll, fand bei den Kindern große Zustimmung. Sie können es sich jedoch noch höher und breiter vorstellen und wünschen sich dabei auch etwas mehr Abwechslung, indem außer Seilen auch ein paar Klettersteine angebracht würden. „Auf jeden Fall sollten die Löcher in den Seilen unten etwas kleiner sein, damit man besser darauf laufen kann“, schildert der Bericht präzise.

In Anblick der Trampolinlandschaft im Entwurf jauchzten die Grundschüler vor Freude auf, berichtet Ulrike Tamme. Einige Kinder fanden die Idee der Planer mit mehreren Trampolinen gut, andere wünschten sich eher ein großes Trampolin, auf dem viele Kinder gleichzeitig hüpfen können. Einig waren sie sich alle darin, dass es so gebaut werden sollte, dass man dort tatsächlich hoch hüpfen kann. Mit der Wiese und den Bäumen im Entwurf waren die Kinder mehr als einverstanden. Sie äußerten noch die Idee, dort Picknick machen zu können oder auch mal ihren Geburtstag zu feiern. „Eine Idee war, dass die Ecken auch irgendwie rund sein sollten“, so Tamme in ihrem Bericht. Das einzige was den Kindern gefehlt habe, seien Möglichkeiten, sich Verstecken zu können.

Alle Ideen und Bilder der Kinder werden ebenso wie die Einbringungen der Erwachsenen an die verantwortlichen Landschaftsplaner weitergereicht. Ihr Auftrag ist es, möglichst viele dieser Ideen umzusetzen. Die die überarbeitete Planung für die öffentlichen Flächen am Olga-Areal werden am Montag, 13. März, um 19 Uhr im Kulturzentrum Merlin, Augustenstraße 72, vorgestellt. Hier können noch Kommentare zum Plan eingebracht werden. Außerdem werden die Pläne nochmals eigens in der 2b der Schwabschule präsentiert.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stadtplanung-buergerbeteiligung-zum-olga-areal.fd3f61fb-6beb-4bc6-8d8f-b4dcb4af1458.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neubau-auf-dem-olga-areal-olgaele-areal-soll-ein-vorzeigequartier-werden.a506a5b3-624a-4138-b544-6c3b1b1f844a.html

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