Olgahospital in Stuttgart Engpässe auf der Intensivstation

Auf der Kinderintensivstation im Olgahospital fehlen erfahrene Pflegekräfte. Foto: Honzera
Auf der Kinderintensivstation im Olgahospital fehlen erfahrene Pflegekräfte. Foto: Honzera

Weil es im Olgahospital in Stuttgart an Pflegekräften im Intensivbereich fehlt, müssen seit Wochen Operationen verschoben werden.

Lokales: Nicole Höfle (höf)
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Stuttgart - Am 26. März sollte der achtjährige Jakob im Olgahospital am Herzen operiert werden, ein paar Tage zuvor kam die Absage aus der Kinderklinik. Die Operation müsse um einen Monat verschoben werden. Der Grund: Pflegenotstand auf der Kinderintensivstation. Jakobs Eltern waren vor den Kopf gestoßen. Sie hatten Jakob auf den schweren Eingriff vorbereitet, die Betreuung für die Geschwister organisiert und Urlaub eingereicht, um im Krankenhaus dabei zu sein.

Jakob leidet an einem angeborenen Herzfehler. Zwei Operationen hat er bereits hinter sich, diesmal muss die Pulmonalklappe erneuert werden. "Zu wissen, dein Kind wird einer Operation unterzogen, an der drei Prozent sterben, ist schon belastend genug", sagt die Mutter Vera Stähle. Vier Wochen länger warten zu müssen, mache die Sache nicht besser.

Jakob ist kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen sind im Olgäle immer wieder Operationen kurzfristig abgesagt werden, weil es auf der Intensivstation an Pflegekräften mangelt, die sich um die Nachsorge der operierten Kinder kümmern. Woran es vor allem fehlt, sind Beatmungsplätze. Überraschend kommt der Pflegenotstand nicht. Aus der Klinik ist zu hören, dass sich die Situation seit einem Jahr zusehends verschärft, Abhilfe aber noch immer nicht in Sicht ist.

Im Notfall wird auch an Ostern operiert


"Wir operieren inzwischen auch am Wochenende, wenn kurzfristig ein Bett frei wird, um dringende Fälle nicht länger hinausschieben zu müssen", berichtet der Oberarzt Alexander Horke, der bei der Sana-Herzchirurgie angestellt ist, aber seit Jahren im Olgahospital Kinder mit angeborenen Herzfehlern operiert. Auch am Karfreitag stand Horke im OP, über Ostern verreist ist der Chirurg ohnehin nicht, um jederzeit operationsbereit zu sein.

Horke hat immer wieder Engpässe erlebt, die auf Intensivstationen unvermeidlich sind, aber eben keine in diesem Ausmaß. Mit Kritik am Olgäle aber hält sich der Sana-Arzt zurück. Stattdessen versichert er, dass medizinische Notfälle jederzeit versorgt werden: "Im Notfall übernimmt ein Arzt die pflegerischen Dienste auf der Intensivstation."




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