Oliver Pocher in Urbach Auf einen Chickenburger ins Bett

Oliver Pocher wirbt im Bett für das Frühstücksangebot der Fast-Food-Kette. Foto: Gottfried Stoppel

Der Komiker Oliver Pocher teilt gerne aus und polarisiert. Am Samstag hat er die umgebaute McDonald’s Filiale in Urbach miteröffnet – und dabei im Bademantel mit zwei Auserwählten werbewirksam im Bett gefrühstückt. Wir waren dabei.

Die Enttäuschung bei den zwei Jungs ist groß: Da sind sie am Samstagvormittag mit ihrer Oma extra von Oberberken nach Urbach gefahren – und nun gibt es für sie weder Chicken McNuggets noch Curly Fries. Die Urbacher McDonald’s Filiale ist nach einer fünfwöchigen Schließung wegen Umbaus zwar wieder geöffnet und präsentiert sich laut dem Unternehmen in „komplett neuem, zeitgemäßen Design“. Doch dieses dürfen in den ersten zwei Stunden nur geladene Gäste sehen. Zum Beispiel Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen, die später sagen wird, das Schnellrestaurant trage zur Bekanntheit Urbachs bei und sei „der liebste Treffpunkt der Jugend“.

 

Die Besucher trudeln aus allen Himmelsrichtungen ein. Christian Ender, Franchisenehmer der Standorte Urbach und Weinstadt, begrüßt sie am Eingang. Der Mann, der als Stargast angekündigt wurde, treffe erst gegen 11 Uhr „just in time“ ein, sagt Ender. Gemeint ist der Comedian Oliver Pocher, der in Urbach nicht nur Autogramme geben und für Selfies zur Verfügung stehen, sondern auch mit zwei Gästen ins neben der Bestelltheke aufgebaute Bett steigen wird. Dort soll das Trio werbewirksam frühstücken.

Denn seit dem 18. April, so verkündet es der Text der Einladung, lasse „das große Frühstücksangebot bei McDonald’s keine Wünsche mehr offen“. „Es ist wichtig, dass ihr wirklich etwas frühstückt, sonst sieht das auf den Fotos blöd aus“, lautet die Anweisung an die zwei Frauen, die Pocher später im Bett Gesellschaft leisten sollen.

Der nette Chef nimmt eine Angestellte mit

Derweil sitzt Bettina Sanft an einem der Tische direkt beim Eingang und freut sich auf den Komiker, der dieser Tage auch mit Sticheleien gegen seine von ihm getrennte Frau Schlagzeilen macht. „Ich bin sein größter Fan“, sagt die 62-jährige Urbacherin. Manchmal sei er „etwas drüber“, im Kern aber „ein ganz toller und guter Mensch, das merke ich. Er kann das nur nicht so zeigen“. Ihr Chef Martin Kleinschmidt sitzt gegenüber und lächelt. Als er, Mitglied im örtlichen Gewerbeverein, eine Einladung zur Wiedereröffnung bekommen hat, war für ihn klar, dass er kommen und Bettina Sanft mitnehmen wird. Pocher sei eine Person, die polarisiere, viele kämen wohl nur auf der Jagd nach einem Autogramm, sagt Martin Kleinschmidt. Anders seine Angestellte: „Sie findet ihn tatsächlich von Herzen toll.“

Dann ist Oliver Pocher plötzlich da, steht für Selfies und Fotos parat, demonstriert seine Kenntnisse über Burgermenüs und deren Preise und lässt wissen, dass er „die eine oder andere Eröffnung“ einer McDonald’s Filiale hinter sich und eine halbe Million Euro an die McDonald’s Kinderhilfe gespendet habe. Danach zieht er den gereichten weißen Bademantel über, die beiden Frauen bekommen jeweils ein Exemplar in Rot – und dann steigen alle drei ins große Bett.

Selbst kochen statt Fast-Food-Essen

Während Mitarbeitende Orangensaft und Chickenburger ans Bett servieren, werden Handys und Kameras gezückt. Zwischen den drei Frühstücksgästen kommt derweil kein richtiges Gespräch in Gang. Oliver Pocher spricht die links von ihm im Bett sitzende junge Frau an. „Du bist 23 und hast gerade die Schule zu Ende gemacht, stimmt’s?“, witzelt der gelernte Versicherungskaufmann – und liegt voll daneben. „Ich habe Augenheilkunde studiert“, lautet die Antwort.

Die zwei Jungs und ihre Oma aus Oberberken haben derweil zum Trost ein Croissant serviert bekommen, ergänzt durch den Tipp, das gewünschte Menü in der Filiale Weinstadt zu holen. 20 Kilometer fahren wegen Pommes und Co.? Die Frau schüttelt den Kopf. „Dann müssen wir halt selbst kochen. Das ist mir eigentlich sowieso lieber“, sagt sie, steigt ins Auto und fährt davon.

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