Olympia 2020 ist wegen des Coronavirus verschoben – und nun? Elisabeth Seitz und die Traum-Verlängerung

Elisabeth Seitz arbeitet weiter für ihren olympischen Traum. Foto: dpa/Christoph Schmidt
Elisabeth Seitz arbeitet weiter für ihren olympischen Traum. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Olympia 2020 war ihr Ziel – nun wird daraus Tokio 2021. Wie gehen die Spitzensportler aus der Region mit diesen neuen Vorzeichen um? Wir haben nachgefragt – zum Beispiel bei Turnerin Elisabeth Seitz.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Stuttgart - Vor rund zwei Wochen haben wir bei den aussichtsreichsten Medaillenkandidaten der Region nachgefragt: „Wie bereitet man sich auf Olympische Spiele vor, wenn die Trainingsmöglichkeiten wegen des Coronavirus eingeschränkt oder nicht vorhanden sind?“ Mittlerweile sind die Sommerspiele von Tokio um ein Jahr verschoben, finden ab dem 23. Juli 2021 statt – und wir haben noch einmal nachgehakt: „Was bedeutet diese neue Situation für die Trainings-, Wettkampf- oder Karriereplanung?“

Im dritten Teil geht es um die Turnerin Elisabeth Seitz:

Was sich geändert hat, seit die Olympischen Spiele 2020 abgesagt sind? „Wenig“, sagt Elisabeth Seitz, „ich halte mich weiter zu Hause fit – und trainiere für meinen Traum.“ Der soll sich nun eben ein Jahr später erfüllen. Die Spitzenturnerin will nach 2012 und 2016 unbedingt zu ihren dritten Spielen: „Ich hatte ohnehin nicht vor aufzuhören.“ Das Trainingsprogramm komplett runterzufahren kam nicht infrage: „Erstens ist es schwierig, wieder richtig reinzukommen, zweitens ist das aktuelle Programm ohnehin reduziert.“ Bis zum 19. April ist die Nutzung von Sportanlagen untersagt.

Die Hanteln hat der Freund

So lange trimmt sie sich zu Hause mit diversen Work-outs. Viel Stretching steht an, aber auch Krafttraining. Dabei kommt dem Turn-Ass entgegen, dass ihr Freund Nils, ein Basketballer, in Sachen Hanteln gut ausgerüstet ist.

Lesen Sie hier: Unser Kommentar zur Olympia-Verschiebung

Zum Joggen geht es dann an die frische Luft. Wobei sie mit einem Schmunzeln ganz offen zugibt: „Turnen ist nun mal kein Ausdauersport. Und nach fünf Minuten fragt man sich schon, ob es die richtige Entscheidung war, die Laufschuhe zu schnüren.“

Kein Teamwechsel in diesem Jahr

Und wie sieht es mit den Finanzen aus? Nöte hat die gebürtige Heidelbergerin durch die Olympia-Absage nicht. Zum einen ist sie bei der Bundeswehr angestellt (Dienstgrad Stabsunteroffizier), zum anderen kann sie auf treue Sponsoren bauen. „Die Partnerschaften laufen weiter, darüber bin ich sehr dankbar“, sagt Seitz.

Lesen Sie hier: Die Folgen der Olympia-Entscheidung

Das einzige Geld, das ihr durch die Lappen geht, sind die Preisgelder der nicht stattfindenden Weltcup-Wettbewerbe. Doch wichtiger ist für sie ohnehin etwas anderes: trotz Corona-Krise weiter auf ihren Traum Olympia hinzuarbeiten. Nun eben ein Jahr länger.

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