Der Fall des russischen Eiskunstlauf-Teenagers Kamila Walijewa wird in Peking die Sportrichter beschäftigen. Snowboard-Ikone Shaun White verabschiedet sich ohne Medaille . Im Super-G der Damen jubelt eine Schweizerin.

Peking - Noch ohne deutsche Medaillen, aber mit ordentlichen Platzierungen und guten Aussichten auf weiteres Edelmetall hat der Freitag bei den Olympischen Winterspielen in China begonnen. Im Skeleton liegen die deutschen Starterinnen aussichtsreich im Rennen. In den kommenden Tagen sind in Peking auch die Sportrichter in einem brisanten Fall gefordert.

Fall fürs Sportgericht: Im Doping-Wirbel um die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa drängt das Internationale Olympische Komitee auf eine schnelle Entscheidung der Sportrichter. „Wir wollen das so sehr beschleunigen wie möglich“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Freitag bei den Winterspielen in Peking. Die 15 Jahre alte Walijewa war Ende Dezember positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden, die Russische Anti-Doping-Agentur hatte ihre vorläufige Sperre jedoch aufgehoben. Bei Olympia in China gewann Walijewa mit dem russischen Team Gold im Mannschaftswettbewerb vor den USA und Japan. Im Auftrag des IOC geht die Internationale Test-Agentur Ita gegen die Aufhebung der Suspendierung vor. Das IOC hofft auf eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs Cas noch vor Beginn des Einzel-Wettbewerbs der Damen am 15. Februar, in dem Europameisterin Walijewa die Topfavoritin ist.

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Deutsche Medaillenchance: Den deutschen Skeletonpilotinnen ist ein vielversprechender Start im Kampf um die Medaillen gelungen. Olympia-Debütantin Hannah Neise aus Winterberg hat als Zweite nach zwei von vier Läufen 0,21 Sekunden Rückstand auf die führende Australierin Jaclyn Narracott. Weltmeisterin Tina Hermann vom WSV Königssee fuhr am Freitag auf Rang drei und liegt nur zwei Hundertstelsekunden hinter Neise. Die Olympia-Zweite von Pyeongchang, Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland, fuhr vor den beiden entscheidenden Läufen am Samstag auf den fünften Rang und liegt 0,38 Sekunden hinter Narracott.

Schweizer Gold: Die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami ist erstmals Olympiasiegerin. Die Weltmeisterin und 34-fache Weltcupsiegerin gewann bei den Winterspielen in China am Freitag den Super-G. Am Montag hatte die 30-Jährige schon Bronze im Riesenslalom geholt. Zweite hinter Gut-Behrami wurde die Österreicherin Mirjam Puchner, Dritte die Schweizerin Michelle Gisin. Die einzige deutsche Starterin, Kira Weidle, fuhr auf Rang 15. In der Abfahrt am kommenden Dienstag ist die Starnbergerin aber deutlich stärker einzuschätzen. US-Star Mikaela Shiffrin erreichte nach ihrem jeweils frühen Aus im Riesenslalom und Slalom diesmal das Ziel und belegte Platz neun.

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Abschied ohne Medaille:Snowboard-Superstar Shaun White hat bei den Olympischen Winterspielen von Peking im letzten Wettkampf seiner ruhmreichen Karriere eine Medaille knapp verfehlt. Der 35 Jahre alte Amerikaner kam im Halfpipe-Finale am Freitag mit 85,00 Punkten auf den vierten Rang und blieb nach insgesamt dreimal Olympia-Gold ohne weiteres Edelmetall. White stürzte im dritten und letzten Lauf, ihm fehlten 2,25 Zähler auf den Schweizer Jan Scherrer auf dem Bronze-Rang. Der Japaner Ayumu Hirano folgte mit 96,00 Punkten dank einer herausragenden Leistung mit höchster Schwierigkeit im letzten Lauf auf White als Olympiasieger. Silber gewann der Australier Scotty James. André Höflich vom SC Kempten wurde mit 76,00 Punkten Achter.

Etwas mehr Corona-Fälle: Die Zahl der Corona-Fälle bei den Olympischen Winterspielen in Peking ist den zweiten Tag nacheinander wieder leicht gestiegen. Nach einem Tiefstand am Dienstag mit fünf Fällen wurden am Donnerstag elf Infektionen festgestellt, wie die Organisatoren am Freitag in Peking mitteilten. Am Mittwoch waren es neun. Zwei der neu Infizierten wurden am Flughafen bei der Ankunft identifiziert, während bei den täglichen Tests aller Teilnehmer in der abgeschlossenen Olympia-Blase neun Fälle entdeckt wurden. Seit dem Beginn der Anreise zu den Winterspielen am 23. Januar wurden insgesamt 418 Infektionen nachgewiesen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum knapp 1,2 Millionen PCR-Tests genommen.

Eissprinter angekommen: Joel Dufter ist nach einer überstandenen Corona-Infektion als letzter deutscher Eisschnellläufer zu den Olympischen Winterspielen in Peking angereist. Wie die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft in der Nacht zu Freitag mitteilte, ist der Inzeller ins olympische Dorf eingezogen. Der 26 Jahre alte Sprinter soll an diesem Samstag über 500 Meter sowie am 18. Februar über 1000 Meter an den Start gehen. Dufter, der in dieser Saison den deutschen Rekord über die 500 Meter auf 34,32 Sekunden verbessert hatte, hatte sich Ende Januar mit dem Coronavirus infiziert und sich danach in Quarantäne begeben.