Olympia 2024 „Wir sind natürlich stolz“ – die Olympiareise der Familie Kevric

Helen Kevric hat im Mehrkampffinale und am Stufenbarren zwei Topergebnisse bei den Spielen von Paris erturnt. Foto: imago/Eibner

Helen Kevric hat bei ihrer ersten Olympiateilnahme stark geturnt. Ihre Eltern haben die Wettkämpfe der 16-Jährigen in Paris beobachtet. Wir haben mit ihrem Vater Adnan Kevric, einst Profi bei den Stuttgarter Kickers, darüber gesprochen.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Die Turnwettbewerbe bei den Olympischen Spielen sind beendet. Für das deutsche Team hat vor allem Helen Kevric überzeugt – mit gerade einmal 16 Jahren turnte sie erstmals auf dieser riesigen Bühne. Ihre Eltern haben sie begleitend unterstützt. Wie blicken sie auf Paris, die Leistungen ihrer Tochter und den Turnsport? Wir haben mit Vater Adnan Kevric, einst Fußball-Profi bei den Stuttgarter Kickers, darüber gesprochen.

 

Herr Kevric, nach zehn Tagen in Paris sind Sie und Ihre Frau am Montag zurückgereist. Mit welchen Gefühlen im Gepäck?

Es war schön – und spannend. Insgesamt sind die Olympischen Spiele eine tolle Veranstaltung. Aber eigentlich wollten wir ja gar nicht so lange bleiben.

Und dann?

Hat Helen auch am Stufenbarren das Finale erreicht, das erst am Sonntag stattgefunden hat. Das wollten wir natürlich auch noch live in der Halle erleben. Also mussten wir noch einmal ein Hotel buchen.

Am Stufenbarren wurde Ihre Tochter Sechste, im Mehrkampf Achte – und das mit 16 Jahren beim Olympia-Debüt.

Sie hat das wirklich ganz toll gemacht. Natürlich war sie auch nervös, vor allem vor dem ersten Wettkampf, der Qualifikation. Aber sie hat diese für sie neue Situation wirklich sehr gut gemeistert. Da sind wir natürlich stolz auf sie.

Sie waren einst selbst Leistungssportler. Wie schauen Sie auf den Turnsport, dem sich Ihre Tochter verschrieben hat?

Mit sehr großem Respekt. Was die Sportlerinnen und Sportler da an Aufwand reinstecken ist schon enorm. Vor allem auf dem Niveau, auf dem Helen mit ihren Kolleginnen nun turnt. Um dorthin zu kommen, muss man auch bereit sein, das Familienleben darauf auszurichten. Es sind schon allein sehr viele Fahrdienste zu leisten.

Wir haben gehört, Helen hat nun einen Roller-Führerschein.

Das stimmt, da wird es jetzt für uns Eltern vielleicht ein bisschen ruhiger. (lacht)

Haben Sie sich manchmal die Frage gestellt, ob das alles für Ihre Tochter nicht zu viel, zu hart ist?

Natürlich. Und wir haben uns bei Helen auch immer wieder rückversichert, ob das Turnen nach wie vor das ist, was sie wirklich will. Die Antwort war immer: Ja. Natürlich gibt es mal gute, mal schlechtere Tage. Insgesamt geht sie aber immer mit Freude zum Training.

Gibt es etwas, das Sie ihr durch Ihre Erfahrungen im Sport mitgeben können?

Rein aufs Turnen bezogen natürlich nicht. Aber so wie es für uns Fußballer früher wichtig war, sich immer nur auf das nächste Spiel zu fokussieren, so muss sie es, zum Beispiel, in einem Mehrkampf machen: Immer nur ans nächste Gerät denken. Wir versuchen, Sie stets zu motivieren, sie aber auch mal aufzufangen und zu beruhigen.

Im kommenden Jahr steht neben dem Turnen auch noch der Realschulabschluss auf dem Plan. Wie belastend wird das?

Wir glauben, Helen freut sich sogar wieder auf die Schule und diesen Teil des „normalen“ Lebens. In den vergangenen Monaten hat sie ja pausiert, um die Vorbereitung auf Olympia absolvieren zu können. Sie hat auch vor, nach der Realschule noch ihr Abitur zu machen. Aber wichtig ist: Alles soll in Ruhe passieren. Auch alles Weitere im Turnen. Sie will ihre Übungen weiter aufstocken, ist ja aber auch noch sehr jung.

Wie geht nun direkt nach Olympia weiter?

Wir fahren demnächst erst einmal in den Urlaub – mit der ganzen Familie.

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