Olympia 2026 Schuhgröße 43 statt 46 – warum Rodler Max Langenhahn im Eiskanal leidet

Max Langenhahn rodelt in Cortina um eine Medaille – mit viel zu kleinen Schuhen. Foto: Robert Michael/dpa

Max Langenhan rodelt in Cortina d’Ampezzo um eine olympische Medaille – und erklärt, warum das mit viel zu kleinen Schuhen tut.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Es heißt ja: Wer schön sein will, muss leiden. Nun ja, das sollte man nicht zu ernst nehmen. Was dagegen Tatsache ist: Wer bei Olympischen Spielen erfolgreich sein will, sollte, dem sollte eine gewisse Leidensfähigkeit tatsächlich nicht abgehen. Und das bezieht sich nicht nur auf schnelle Comebacks nach Stürzen oder Verletzungen. Es geht dabei auch: um Schuhe.

 

Der Rodler Max Langenhan etwa hat nach den Trainingsläufen im Eiskanal von Cortina d’Ampezzo verraten, dass er die Übungsfahrt noch nicht am Limit absolviert habe. Sein Beleg dafür: eben seine Schuhe. Die hatten Größe 46 – was erst einmal völlig logisch erscheint, weil ja Langenhan Schuhgröße 46 trägt. Im normalen Leben. Wenn es im Eiskanal um Tausendstelsekunden geht, ist das allerdings anders.

Max Langenhan, der 26-Jährige aus Friedrichsroda, zwängt sich dann in Rodlerlatschen, die deutlich kleiner sind. „Größe 43“, gab er an, meinte lächelnd: „Das ist ein bisschen wie bei Aschenputtel.“ Und erklärte dann auch, warum er sich das antut.

Zunächst einmal gibt es aerodynamische Gründe – was recht einleuchtend ist. Man muss kein Windkanal-Wissenschaftler sein, um zu erahnen: Je weniger Angriffsfläche so ein Rodler bietet, desto größer ist die Chance, dass er am Ende die entscheidenden Tausendstel schneller ist als die Konkurrenz. Aber das ist ja noch nicht alles.

Diese Schuhe der Schlittenfahrer haben oben einen Reißverschluss, der sich über den Spann hoch zum Knöchel zieht. Und wenn der Reißverschluss bei den (zu) kleinen Schuhen zugezogen wird, dann werden Langenhans Füße direkt in eine gestreckte Position gedrückt. Und genau die braucht er auch auf dem Schlitten.

Die kleinen Treter haben also gleich zwei Effekte – aber eben auch Tücken. Beim Zuziehen des Reißverschlusses benötigt der Rodler Hilfe, im Ziel angekommen, muss er die Schuhe schnell wieder öffnen.

Man kennt dieses Bild ja auch vom alpinen Skirennlauf. Auch da werden extrem enge Skischuhe getragen, vor allem, um die Kraftübertragung so direkt, wie möglich zu halten. Aber auch da gibt es Sportler, die besonders leiden. Der deutsche Abfahrer Luis Vogt etwa muss ganz generell zu kleine Skischuhe tragen – weil seine Füße zu groß sind. Er hat Größe 50, die Rennstiefel werden aber nur bis Grüße 48 hergestellt. Der einzige Ausweg: Derart gut zu sein, dass der Ausrüster eine Maßanfertigung für gerechtfertigt hält.

Schade also, das Vogt in Cortina nicht an seinem Prominentenstatus arbeiten kann. Er wurde jüngst zwar Achter auf der Streif, die Nominierung für Olympia war da aber schon erfolgt. Max Langenhan dagegen kämpft am Samstag und Sonntag um eine Medaille im Eiskanal. Und leidet die Fahrt über gerne ein bisschen.

Weitere Themen