Olympia-Viertelfinale Deutsche Frauen gegen lebende Legende
Die deutschen Eishockey-Frauen treffen im Viertelfinale auf Kanada und eine der besten Spielerinnen der Welt: Marie-Philip Poulin hat eine ganz besondere olympische Geschichte.
Die deutschen Eishockey-Frauen treffen im Viertelfinale auf Kanada und eine der besten Spielerinnen der Welt: Marie-Philip Poulin hat eine ganz besondere olympische Geschichte.
Es ist keine Überraschung, dass auf die deutschen Eishockey-Frauen im Viertelfinale der Winterspiele eine schwierige Aufgabe wartet. So hart aber hätte es nicht kommen müssen. An diesem Samstag (16.40 Uhr) geht es nicht nur gegen Kanada. Sondern auch gegen Marie-Philip Poulin (34). Und damit gegen die lebende Legende dieses Sports – die auch noch eine ganz besondere olympische Geschichte hat.
Marie-Philip Poulin ist in Quebec geboren, als kleines Mädchen wollte sie Eiskunstläuferin werden. Auf dem Eis ist sie geblieben, allerdings mit Helm und Schläger. Längst lässt sich sagen: Sie hat die richtige Entscheidung getroffen. Das zeigt schon ein Blick auf ihre beiden Spitznamen.
Sie wird als „The female Sidney Crosby“ bezeichnet, in Anlehnung an einen der besten Eishockeyspieler der Geschichte. Und sie wird „Captain Clutch“ gerufen – die Kapitän, die immer dann zuschnappt, wenn es zählt. Zum Beispiel bei Olympischen Spielen.
Erstmals stand Marie-Philip Poulin 2010 in Vancouver im Finale, es war das erste von vielen Duellen gegen die USA. Das kanadische Team gewann 2:0, sie erzielte beide Tore. Auch 2018 in Pyeongchang ging es im Endspiel gegen die US-Amerikanerinnen. Marie-Philip Poulin schoss kurz vor dem Ende den 2:2-Ausgleich und machte in der Verlängerung den entscheidenden Treffer. Und 2022 in Peking schlug sie erneut zu. Im Finale schlug Kanada die USA 3:0, zwei Tore erzielte Poulin. Da war die frühere Ansage von Kevin Dineen schon längst ein geflügeltes Wort. Der Ex-Coach des kanadischen Teams hatte immer wieder die selbe Taktik ausgegeben: „Bringt den Puck zu Pou.“ Daraus ergab sich der dritte Spitzname der Eishockey-Ikone: „Winning Pou“.
Auf das deutsche Nationalteam kommt im Viertelfinale also einiges zu – wenn Marie-Philip Poulin dabei ist. Denn das Kapitel Mailand 2026 ist für sie bisher eine eher schwierige Geschichte. Im Vorrundenduell gegen Tschechien checkte Kristyna Kaltounkova die Superstürmerin Mitte des ersten Drittels an die Bande. Die Kanadierin kniete danach lange auf dem Eis, konnte nicht weiterspielen. Eine genaue Diagnose gab es nicht, doch im Duell gegen die USA fehlte Marie-Philip Poulin, Kanada unterlag 0:5. Und auch am Donnerstag, beim 5:0 gegen Finnland, war die Kapitänin nicht dabei. Doch schon da ist zu hören gewesen, dass sie wohl hätte spielen können, wenn es nötig gewesen wäre. „Sie ist unsere Anführerin“, sagt Kollegin Laura Stacey, „und unser Fels.“
Oder anders ausgedrückt: Kanada kann Marie-Philip Poulin nicht ersetzen. Auch nicht im Viertelfinale gegen Deutschland.