Olympiasieger im Skispringen Göppinger Philipp Raimund – der „Kopf macht den Affen“
Der Gold-Coup auf der Normalschanze wirkt bei Philipp Raimund nach – dabei will der in Göppingen geborene Skispringer auf der Großschanze die nächste Medaille holen.
Der Gold-Coup auf der Normalschanze wirkt bei Philipp Raimund nach – dabei will der in Göppingen geborene Skispringer auf der Großschanze die nächste Medaille holen.
Weiterhin ist Philipp Raimund (25), zumindest aus deutscher Sicht, der Überraschungs-Olympiasieger dieser Winterspiele. Dazu passt, dass auch er selbst noch nicht völlig überblickt, was ihm am Montagabend auf der Normalschanze von Predazzo gelungen ist. „Es wird dauern, bis ich realisiert und akzeptiert habe, dass ich Olympiasieger bin“, sagte der in Göppingen geborene Skispringer vom SC Oberstdorf am Donnerstag in einer Medienrunde, „der Kopf fängt immer wieder an, den Affen zu machen.“ Dabei könnte es helfen, die Gedanken nun ziemlich schnell zu ordnen.
Für die Skispringer stehen noch zwei Wettbewerbe auf der Großschanze an, zunächst das Einzel am Samstag (18.45 Uhr). Es geht nun darum, ein Gefühl für die größere Anlage zu entwickeln, sich auf den neuen Radius einzustellen, die ideale Flugposition zu finden. Mental auf der Höhe zu sein, ist dafür unabdingbar. Sollte es Philipp Raimund gelingen, die Spannung hochzufahren, dann hat er einen großen Vorteil: Der Druck, noch unbedingt etwas leisten zu müssen, ist bei ihm weg. „Ich weiß nun, dass ich Olympia kann. Die Medaille, die ich holen wollte, habe ich im Sack, dazu kommt der Stolz, dass es sogar eine goldene geworden ist“, sagte er, „viele andere müssen um ihren Podestplatz noch kämpfen. Ich kann da ganz entspannt sein.“ Zumal auch noch der Top-Favorit ein anderer ist.
Domen Prevc, der Dominator dieser Saison, hat in einem Anflug von Arroganz das erste Training auf der kleinen Schanze sausen lausen. Richtig in Schwung kam er dort erst nach dem Einzel, in dem er Sechster geworden war. Mit dem slowenischen Mixed-Team gewann er am Abend danach Gold. Nun will er seinen ersten Einzel-Olympiasieg folgen lassen. „Er hat sich auf der Normalschanze verpokert, doch jetzt ist er angesichts dessen, was er diese Saison geleistet hat, der große Sieganwärter“, meinte Philipp Raimund, „wenn er patzt, werden allerdings viele andere da sein, um dies auszunutzen, auch ich. Ich werde alles versuchen, um es Domen Prevc nicht zu leicht zu machen und eine weitere Medaille zu holen.“ Auch wenn die Folgen unabsehbar wären.
Nach seinem Gold-Coup am Montag sprach Philipp Raimund von einem „Rattenschwanz“, den dieser Erfolg nach sich ziehen werde. In der Tat gingen mehr als 800 Nachrichten auf seinem Handy ein, die Glückwünsche in den sozialen Medien hat noch niemand gezählt. „Es ist extrem viel auf mich eingeprasselt“, sagte der Olympiasieger, „es waren so viele Nachrichten, dass ich es bis an mein Lebensende nicht schaffen werden, sie zu beantworten.“