Olympique Lyon gegen Olympique Marseille Erneuter Spielabbruch in Ligue 1 – Treffen mit Innenminister geplant

Dimitri Payet wurde getroffen und ging dann zu Boden. Foto: AFP/PHILIPPE DESMAZES
Dimitri Payet wurde getroffen und ging dann zu Boden. Foto: AFP/PHILIPPE DESMAZES

Schon wieder kommt es in der französischen Ligue 1 zu einem handfesten Skandal. Nach dem Eklat von Lyon hofft man nun auf die Unterstützung der Politik.

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Lyon - Nach dem Flaschenwurf im Erstligaspiel zwischen Olympique Lyon und Olympique Marseille wollen sich Vertreter der Politik mit Verantwortlichen des französischen Fußballs beraten. Wie das Sportministerium der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, soll am Dienstag ein entsprechendes Treffen am Beauvau-Platz, dem Sitz des Innenministeriums, stattfinden. 

Dort empfängt Innenminister Gerald Darmanin den Bildungs- und Sportminister Jean-Michel Blanquer, die Sportministerin Roxana Maracineanu sowie Vertreter des Liga-Verbands LFP und des französischen Fußball-Verbands FFF.

Die Partie in Lyon war am Sonntagabend nach einem Flaschenwurf auf Gästespieler Dimitri Payet nach nur wenigen Minuten abgebrochen worden. Der Vize-Europameister von 2016 wollte einen Eckball ausführen, als ihn eine aus dem Publikum geworfene Wasserflasche am Kopf traf.

„Das war eine schwarze Nacht für den Fußball. Dimitri wird psychologisch betreut. Das ist alles nicht normal“, sagte ein erschütterter Marseille-Präsident Pablo Longoria bei Amazon. Keiner, der Fußball möge, „kann glücklich sein. Wir verurteilen jede Form von Gewalt.“

Immer wieder Krawalle in Frankreich

Beide Teams waren nach dem Skandal in die Kabine gegangen. Nach mehr als einer Stunde Pause sollte das Spiel zunächst fortgesetzt werden. „Entgegen der Ankündigung hat der Schiedsrichter entschieden, das Spiel nicht fortzusetzen, da er die Sicherheit der Spieler als nicht gewährleistet ansieht“, informierte der Stadionsprecher allerdings zwei Stunden nach dem Vorfall die Zuschauer über den Abbruch. Lyon-Präsident Jean-Michel Aulas nannte die lange Unterbrechung „unverständlich“. Die Disziplinar-Kommission der Liga berief für Montag ein Notfalltreffen ein.

Die Person, die für den Wurf der Flasche verantwortlich sein soll, wurde zudem nach Angaben des Stadionsprechers mittlerweile festgenommen. Es handele sich um „eine Einzeltat“, hieß es weiter. Lyons Mannschaft war zwischenzeitlich zum erneuten Aufwärmen auf das Spielfeld zurückgekommen, die Gäste aus Marseille dagegen blieben geschlossen in der Kabine. 

Der französische Fußball wird seit mehreren Monaten immer wieder von Ausschreitungen überschattet. Payet war erst im August beim Auswärtsspiel bei OGC Nizza ebenfalls von einer Flasche getroffen worden, OGC wurde daraufhin ein Punkt abgezogen. Marseille wiederum muss sein nächstes Heimspiel nach Ausschreitungen in der Partie gegen Paris St. Germain ohne Zuschauer austragen.

Das Spiel zwischen Nizza und Marseille war am 22. August gut 15 Minuten vor dem Ende abgebrochen und zwei Monate später in voller Länge an einem neutralen Ort (Troyes) ohne Fans wiederholt worden.




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