Olympische Spiele Ali, Cathy, die Queen – diese Eröffnungsfeiern bleiben in Erinnerung

Die Eröffnungsfeier 2021 in London Foto: imago images/Mary Evans/ via www.imago-images.de
Die Eröffnungsfeier 2021 in London Foto: imago images/Mary Evans/ via www.imago-images.de

Am Freitag werden im Nationalstadion von Tokio die Olympischen Spiele eröffnet - mit einer „Geister-Gala“ ohne Zuschauer. In der Vergangenheit gab es einige berührende Momente.

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Tokio - Corona lässt auch die Olympischen Spiele anders stattfinden als gewohnt. Die Gala am Freitag muss ohne Zuschauer auskommen. Acht große Momente vergangener Eröffnungsfeiern berührten das Publikum besonders:

1964 Tokio

Ein junger bis dahin unbekannter Läufer namens Yoshinori Sakai entzündete die Olympische Flamme. So weit, so unspektakulär. Was dies dennoch zu einem bewegenden Moment machte: Sakai war in Hiroshima geboren. Am 9. August 1945. Am Tag, als die Bombe fiel.

1972 München

Auch in Bayern bot die Ouvertüre zu den Sommerspielen bewusst einen Kontrast zu dunklen Zeiten: 36 Jahre nach den NS-Propagandaspielen von Berlin vollzogen 3500 Münchner Schulkinder begleitet vom Tölzer Knabenchor den traditionellen „Gruß der Jugend“. Die US-Zeitung Daily News sah gar „Flower Power“ und schrieb vom „Geist des auferstandenen Deutschland“.

1984 Los Angeles

Spektakulärer begann nie eine Eröffnungsfeier als jene der Spiele des Gegenboykotts: Erst paukte und blies ein monumentales Orchester das „Los Angeles Olympic Theme“ von Grammy-Gewinner John Williams gen Himmel, in den fünf Flugzeuge das Wort „Welcome“ schrieben und aus dem schließlich ein „Rocketman“ mit Raketenrucksack ins Stadion schwebte. So war Olympia im flirrenden Kalifornien der Achtziger.

1992 Barcelona

So schön wurde die paralympische Bewegung nie in die Olympischen Spiele integriert: Spaniens Basketballstar Juan Antonio San Epifanio entzündete als Fackelträger einen Pfeil, den der Rollstuhl-Bogenschütze Antonio Rebell quer durch das Stadion in die Flammenschale schoss und damit das Feuer entfachte.

1996 Atlanta

Und dann stand er plötzlich da. Am ganzen Körper zitternd, die Fackel in der rechten Hand. Schwer von Parkinson gezeichnet, blickte Muhammad Ali ins weite Rund. Als er die Fackel mit beiden Händen packte und das Konstrukt entzündete, das dann hinauf zur Flammenschale schoss, lag eine atemlose Stille über der Arena. Der Größte. Und einer der größten Momente bei Olympia.

2000 Sydney

Die ersten Spiele in Australien brachten eine große Geste der Versöhnung. Die zweimalige 400-m-Weltmeisterin Cathy Freeman gehört den Aborigines an, den Ureinwohnern, die in Down Under oft an den Rand gedrängt werden. Dass Freeman, die hartnäckig die Weltöffentlichkeit auf das Schicksal ihrer Volksgruppe aufmerksam gemacht hatte, als letzte Läuferin im Stadion das Feuer trug, war der erste große Höhepunkt der „Sydney Games“. Der größte dann vielleicht, dass Freeman Olympiasiegerin wurde.

2008 Peking

Schon als Turner war Li Ning, der Dreifach-Olympiasieger von Los Angeles, ein absoluter Flugkünstler. Bei der Eröffnungsfeier seiner Pekinger Heimspiele setzte er sich aber die Krone auf: Als Schlussläufer hob Li Ning an einer Stahlseilkonstruktion gen Himmel ab, lief scheinbar schwerelos eine Runde am inneren Dachrand des Nationalstadions und entzündete schließlich die Flamme. Unvergesslich.  

2012 London

Good Evening, Mr. Bond - und dann sprang „Her Majesty“ auch noch aus dem Hubschrauber hinab ins Stadion. Natürlich war es nicht Elizabeth persönlich, die sich zu diesem waghalsigen Stunt hinreißen ließ, aber die Queen setzte zusammen mit Bond-Darsteller Daniel Craig den ersten Höhepunkt der Londoner Spiele mit typisch britischem Humor. Der Clip ging viral und wird auch heute noch millionenfach angeklickt. 

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