Olympia 2021 Tina Lutz und Susann Beucke holen sensationelles Segel-Silber

Tina Lutz und Susann Beucke haben im 49erFX vor Enoshima die erste Silbermedaille für die deutschen Segler seit Sydney 2000 gewonnen. Foto: dpa/Gregorio Borgia
Tina Lutz und Susann Beucke haben im 49erFX vor Enoshima die erste Silbermedaille für die deutschen Segler seit Sydney 2000 gewonnen. Foto: dpa/Gregorio Borgia

Darauf hat der Deutsche Segler-Verband lange gewartet. Tina Lutz und Susann Beucke holen vor Enoshima im 49 FX olympisches Silber. Nach einigen Auf und Abs ist das bayerisch-norddeutsche Duo endlich am Ziel.

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Enoshima - Tina Lutz und Susann Beucke haben die olympische Medaillen-Flaute der deutschen Seglerinnen beendet. Das Duo aus Holzhausen und Strande fuhr am Dienstag vor Enoshima im Medal Race der 49er FX-Klasse mit Platz fünf noch vom dritten auf den zweiten Rang der Gesamtwertung und holten Silber. Es war das erste Edelmetall für die deutschen Segel-Frauen seit der Silbermedaille von Amelie Lux im Windsurfen vor Sydney 2000.

In der Abschluss-Wettfahrt sicherten sich die Brasilianerinnen Martine Grael/Kahena Kunze wie schon 2016 in Rio Gold. Bronze ging an die Niederländerinnen Annemiek Brekkering/Annette Dütz.

Schon nach der Zieldurchfahrt starteten die 30 Jahre alte Steuerfrau Tina Lutz und die gleichaltrige Vorschoterin Susann Beucke ihre Silber-Party. Sie umarmten sich und schrien ihre Freude raus. Im Hafen wurden sie von ihrem Team begeistert empfangen.

Mehrfach Nehmer-Qualitäten bewiesen

Mit ihrem Erfolg in dem Revier, in dem Willy Kuhweide 57 Jahre zuvor Gold gewonnen hatte, rundeten sie ihre von Tiefschlägen und Höhenflügen geprägte Karriere ab. Die zweimaligen Europameisterinnen mussten in den 14 Jahren ihrer Boots-Partnerschaft mehrfach Nehmer-Qualitäten zeigen. Lutz’ Motto lautete stets: „Irgendwann zahlt es sich doch aus.“

2012 verpasste die bayerisch-norddeutsche Crew die Teilnahme an den Olympischen Spielen im 470er, inklusive dramatischem Gang vor Gericht. Vier Jahre später musste sie sich im 49er FX in der internen Olympia-Ausscheidung gegen die späteren Rio-Neunten Vicky Jurczok und Anika Lorenz aus Berlin geschlagen geben.

Beinahe hätte ein Wadenbeinbruch von Susann Beucke Anfang 2020 - mitten in der nationalen Ausscheidung - die Olympia-Teilnahme in Japan noch verhindert. Für Beucke sprang die Kielerin Lotta Wiemers zwischenzeitlich ein und sorgte an der Seite von Lutz bei der WM in Australien dafür, dass nicht zu viele Punkte im Duell gegen die Dauer-Rivalinnen Jurczok/Anika Lorenz verloren gingen.

Mit der geglückten Qualifikation für die Olympischen Spiele in Japan und dem zweiten EM-Titel im vergangenen Jahr waren dann alle Sorgen und Zweifel verschwunden.

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