Während der Hochphase der Coronakrise waren Online-Kurse bei den Europäern äußerst beliebt. Doch dieser Trend hat deutlich nachgelassen – vor allem in Deutschland.

Weiterbildung per Videochat war während der Hochphase der Coronapandemie völlig normal. Doch die Beliebtheit von Online-Kursen in der EU ist mittlerweile zurückgegangen. Wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Dienstag mitteilte, gaben 2022 knapp 26 Prozent der älteren Jugendlichen und der Erwachsenen an, in den vergangenen drei Monaten einen Online-Kurs belegt oder Lernmaterialien im Internet benutzt zu haben.

2021 waren dies rund 28 Prozent. Die Statistiker verweisen für den Anstieg in den Jahren 2020 und 2021 auf die Beschränkung für Präsenzveranstaltungen während der Pandemie.

Deutschland auf dem viertletzten Platz

Die Deutschen erweisen sich dabei als Internet-Lernmuffel: Hierzulande fiel die Teilnahme an Online-Kursen nach einem sprunghaften Anstieg im Jahr 2020 (von knapp 19 auf 25 Prozent) ebenso stark wieder ab und lag 2022 mit 18,4 Prozent sogar leicht unter Vor-Pandemie-Niveau. Innerhalb der EU rangieren die Deutschen auf dem viertletzten Platz - im Rücken nur noch Polen (15 Prozent), Bulgarien (11 Prozent) und Rumänien (8 Prozent).

Spitzenreiter 2022 waren die Finnen: 50 Prozent nutzten digitale Lern- und Fortbildungsangebote. Ihr Anteil stieg sogar um etwa ein Zehntel an, ähnlich konstant wie in den beiden Vorjahren. Norwegen als Nicht-EU-Mitglied verzeichnete mit 43 Prozent ebenfalls einen durchgängigen Zuwachs. Werte über oder um 40 Prozent erzielten sonst nur Spanien (42 Prozent), Schweden und die Niederlande (je 40 Prozent).