Online-Marktplätze Gegen gefährliche Billigware
Die EU arbeitet an einer Verschärfung der Regeln für Online-Marktplätze. Das ist ein überfälliger Schritt.
Die EU arbeitet an einer Verschärfung der Regeln für Online-Marktplätze. Das ist ein überfälliger Schritt.
Der Handel im Internet floriert. Seit Jahren steigen die Umsatzzahlen rasant, dennoch sind die Online-Marktplätze noch immer überraschend wenig reguliert. Die Entwicklung bringt nicht nur einen kaum mehr hinzunehmenden Wildwuchs mit sich und hat für die Kunden nicht nur Vorteile. Während sich etwa die Händler innerhalb der EU an die strengen Regeln des Verbraucherschutzes halten müssen, werden diese von den Billiganbietern vor allem aus Asien oft umgangen.
So kann es sein, dass ein mit giftigen Chemikalien belasteter Spielzeugteddy aus einem Internet-Shop in China im heimischen Kinderzimmer landet. Oder ein scheinbar preiswertes Elektrogerät ist mit einigen schnellen Klicks gekauft, aber wenn das Teil nach wenigen Tagen kaputtgeht, ist der im Garantiefall zuständige Anbieter im Fernen Osten schlicht nicht zu erreichen.
Es gibt also genügend sehr gute Gründe, dass sich die EU um die Regulierung des Internetgeschäftes bemüht. Einzelne Länder können das nicht leisten, aber die Europäische Union mit ihrer großen Marktmacht von fast 500 Millionen Einwohnern kann auch Handelsgiganten wie Shein oder Temu dazu bewegen, sich an die Regeln zum Schutz der Konsumenten zu halten. Und auch die Konsumenten haben es in der Hand, sich vor dubiosen asiatischen Billiganbietern zu schützen – indem sie bei Händlern vor Ort einkaufen, für die beim Verbraucherschutz schon jetzt die EU-Gesetze gelten. Das kostet vielleicht etwas mehr, erspart bisweilen aber nervenaufreibenden Ärger.