Online-Petition soll Rückenwind geben Kitas werden teurer – Wernauer Eltern fordern Rücknahme der Beschlüsse

Eltern in Wernau müssen mehr für die Kinderbetreuung bezahlen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Familien in Wernau müssen bald mehr für die Kinderbetreuung bezahlen. Dagegen formiert sich nun Protest. Eltern haben eine Online-Petition gestartet, in der sie unter anderem eine Staffelung nach Einkommen fordern.

In Wernau regt sich Protest gegen steigende Kitagebühren. Bereits im vergangenen Jahr waren die Elternentgelte um 8,5 Prozent angehoben worden. Jetzt hat die Stadt den Eltern in einem Brief mitgeteilt, dass die Gebühren im September 2024 nochmals um 7,5 Prozent und 2025 um 7,3 Prozent steigen werden. Die Erhöhung dürfte auch die Einrichtungen von freien und konfessionellen Einrichtungen betreffen, die in der Vergangenheit bei den Gebühren analog zur Stadt verfahren sind.

 

Das will Ramona Haunstetter, Mutter und Elternbeirätin aus Wernau, nicht einfach so hinnehmen. Zusammen mit ihrem Mann Jürgen Haunstetter hat sie deshalb eine Online-Petition gestartet. In der fordern sie, dass die beiden kommenden Erhöhungen gestoppt werden und dass in Wernau zudem eine einkommensabhängige Bemessungsgrundlage für den Eigenbeitrag der Eltern eingeführt wird. Ähnliche Staffelungen gibt es bereits in anderen Kommunen. In Esslingen hatte aber gerade die Neueinteilung solcher Stufen zusammen mit einer generellen Gebührenerhöhung 2022 zu massiven Protesten der Eltern geführt, die letztlich aber nicht gehört wurden.

„Familien müssen sich massiv einschränken“

„Viele Familien müssen bei den aktuell steigenden Lebenshaltungskosten wie Wohnraum und Lebensmittel ohnehin bereits sehr gut haushalten. Gerade Familien mit mehreren Kindern wissen oft nicht, wie sie die Gebühren bezahlen sollen, und müssen sich massiv einschränken“, heißt es unter anderem in der Petition. Die Erhöhung sei auch deshalb bitter und nicht nachvollziehbar, weil viele Wernauer Einrichtungen aus Personalmangel ihre Betreuungszeiten einschränken müssen, so Ramona Haunstetter. Die Argumente der Stadt, die Erhöhung sei nötig, um gutes Personal zu finanzieren und Einrichtungen zu sanieren, überzeugt die Initiatoren nicht. Sie hoffen deshalb auf ein Umdenken des neuen Gemeinderats. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, setzen sie darauf, dass ihnen möglichst viele auf der Plattform OpenPetition zustimmen. Bürgermeisterin Christiane Krieger verweist unterdessen darauf, dass die Gebührenerhöhung bereits Mitte Mai in öffentlicher Sitzung mehrheitlich vom Gemeinderat verabschiedet worden ist.

Spitzenverbände empfehlen 20 Prozent Kostenbeteiligung der Eltern

Die Initiatoren kritisieren auch, dass Wernau ihrer Meinung nach bei den Kita-Gebühren an der Spitze der Landkreiskommunen liege. Bürgermeisterin Krieger teilt mit, dass die Stadt keine Erhebung über die Höhe in anderen Kommunen durchgeführt habe, zumal auch dort vielfach die Gebühren angepasst wurden. Angesichts unterschiedlicher Angebote und verschiedener Modelle zur Kostenübernahme könne allein durch Betrachtung der Gebührenhöhe ohnehin kein vollständiges Bild geschaffen werden, so Krieger. Die Stadt strebe aber weiterhin die Empfehlung der kommunalen Verbände an, wonach die Kostenbeteiligung der Eltern bei 20 Prozent liegen soll.

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