Oper Stuttgart Cherubinis „Medea“ als bittere Gesellschaftsstudie

Von Susanne Benda 

Die Tragödie einer liebenden Frau: Der Regisseur Peter Konwitschny hat an der Stuttgarter Oper Luigi Cherubinis Oper „Medea“ inszeniert.

Cornelia Ptassek als Medea Foto: Thomas Aurin
Cornelia Ptassek als Medea Foto: Thomas Aurin

Stuttgart - Am Ende liegen fünf Tote auf der Bühne. Aus Rache an Iason hat Medea ihre Kinder vor den Augen des Publikums umgebracht, und danach hat der Mob auch die restlichen Fremden im Lande gelyncht. Peter Konwitschny inszeniert Luigi Cherubinis „Medea“ in einer neuen, zuweilen holprigen deutschsprachigen Textfassung als Studie über eine patriarchalische Gesellschaft, in der Konsum alles und Liebe nichts ist. Der Kontrast zwischen dem Singspielton (mit anfangs sehr langen gesprochenen Dialogen) und der mit viel musikalischer Tiefenschärfe gezeichneten Tragödie einer liebenden Frau geht nicht ohne Leerstellen und Reibungsverluste über die Bühne.

Packendes Musiktheater-Ereignis

Aber dank starker Sänger, die auch starke Darsteller sind (Sebastian Kohlhepp als Iason, Corbnelia Ptassek als Medea, Shigeo Ishino als Kreon und Josefin Feiler als Kreusa und Helene Schneiderman als Neris), wird der Abend insgesamt zu einem packenden Musiktheater-Ereignis. Dass der Regisseur Peter Konwitschny für seine sehr direkten, drastischen Zuspitzungen auch Buhs bekam, war zu erwarten. Mehr dazu in der Dienstagsausgabe.




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