Optikkonzern Zeiss aus Oberkochen Umsatz geht seit Jahren das erste Mal zurück

Die Corona-Krise hat eine zehn Jahre dauernde Folge steigender Umsätze beim Optikkonzern Zeiss beendet. (Archivbild) Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Die Corona-Krise hat eine zehn Jahre dauernde Folge steigender Umsätze beim Optikkonzern Zeiss beendet. (Archivbild) Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Auch der Optikkonzern Zeiss bekommt die Folgen der Pandemie zu spüren. Erstmals seit Jahren geht der Umsatz zurück. Das Geschäft mit Halbleitern sorgt aber für Stabilität.

Oberkochen - Nach Jahren steter Zuwächse hat die Corona-Pandemie den Optikkonzern Zeiss im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgebremst. Der Umsatz fiel 2019/2020 (30. September) um zwei Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Karl Lamprecht am Donnerstag bei einer digitalen Pressekonferenz in Oberkochen (Ostalbkreis) sagte. Damit wurde eine zehn Jahre dauernde Folge steigender Umsätze beendet. Der Gewinn ging um 132 Millionen Euro auf 616 Millionen Euro zurück.

Nicht alle Konzernsparten waren von der Corona-Pandemie in gleichem Maße betroffen. So stieg im Bereich der Halbleiterfertigungs-Optiken der Umsatz um 12 Prozent, während die anderen Sparten des Konzerns jeweils Umsatzeinbußen zwischen 6 und 9 Prozent verzeichneten. Im Bereich Consumer Markets waren die Folgen der Pandemie am stärksten zu spüren. Durch Geschäftsschließungen blieb der Umsatz etwa mit Brillengläsern um 9 Prozent hinter dem Wert des Vorjahres zurück.

Trotz Corona-Krise stieg die Zahl der Mitarbeiter

Lamprecht zeigte sich jedoch überzeugt, dass der Wachstumskurs von Zeiss mittel- und langfristig ungebrochen ist und der Konzern gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Geholfen habe dem Unternehmen während der Pandemie das breite Portfolio und die globale Aufstellung. Rund 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete der Konzern im Ausland. Dabei hat China im ablaufenden Geschäftsjahr erstmal die USA als größten Absatzmarkt abgelöst.

Trotz der Corona-Krise stieg die Zahl der Mitarbeiter um 3 Prozent auf 32 200, wovon rund 13 000 in Deutschland arbeiten. Auch im kommenden Jahr soll die Beschäftigtenzahl steigen. In der Halbleiter-Sparte seien mehr als 600 neue Stellen geplant, hieß es vom Unternehmen. Ein Großteil davon solle künftig am Konzernsitz in Oberkochen arbeiten. Der Konzern erwartet auch im kommenden Geschäftsjahr noch Auswirkungen durch die Corona-Pandemie und geht von einem leicht steigenden Umsatz aus.

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