Orchester aus Baltmannsweiler Akkordeon: Mit Harry Potter zum Erfolg
Beim „14. World Music Festival“ in Innsbruck erspielte sich das Akkordeon-Orchester Baltmannsweiler in der Höchststufe einen hervorragenden zweiten Platz.
Beim „14. World Music Festival“ in Innsbruck erspielte sich das Akkordeon-Orchester Baltmannsweiler in der Höchststufe einen hervorragenden zweiten Platz.
Seit vielen Jahren ist das Akkordeon-Orchester Baltmannsweiler ein strahlender Fixstern im weiten Kosmos der Akkordeonmusik. Bereits drei Mal waren die Instrumentalisten vom Schurwald bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Akkordeonmusik, dem „World Music Festival“, das alle drei Jahre in Innsbruck stattfindet, Sieger in der Höchststufe. Und ebenso oft belegten sie den zweiten Platz.
Auch diesmal hätte es in der Tiroler Landeshauptstadt beinahe auf das oberste Siegertreppchen gereicht: Im Wettbewerb der 23 Höchststufenorchester mussten die Baltmannsweiler Akkordeonisten mit vorzüglichen 47,40 von möglichen 50 Punkten lediglich das Nürnberger Akkordeonorchester vorbeiziehen lassen.
„Der zweite Platz ist für uns ein riesiger Erfolg“, sagt Michael Nille, der seit 1990 als Vorsitzender die Geschicke des Vereins lenkt und überdies am Konzertmeisterpult sitzt.
Große Stücke hält er auf Thomas Bauer. Seit 1987 führt der renommierte Dirigent das Akkordeon-Orchester Baltmannsweiler von Erfolg zu Erfolg. „Anfangs spielten im Ensemble 20 Musikerinnen und Musiker mit. Inzwischen haben wir uns mehr als verdoppelt“, erzählt Bauer. Doch die reine Anzahl der Instrumentalisten sagt noch nichts über die spielerische Qualität aus. Hierfür braucht es gut ausgebildete Musiker und einen Chef, der die Zügel fest in der Hand hält und das Ensemble fordert.
„Die Proben für Innsbruck waren sehr intensiv und fachlich auf höchstem Niveau“, erinnert sich Nille. Bei aller Konsequenz kam auch der Spaß nicht zu kurz: Das Wettbewerbsstück, eine von Thomas Bauer arrangierte Suite aus John Williams Soundtrack zu den Harry-Potter-Filmen, begeisterte die Akteure, und so mancher bezog beim Proben der eingängigen Melodien einen Ohrwurm.
Der Wettbewerbsauftritt im Congresszentrum Innsbruck wurde zum besonderen Erlebnis. Obwohl das Orchester aus Baltmannsweiler bereits am Freitagvormittag spielte, war der große Saal mit einem fachkundigen Auditorium bis auf den letzten Platz besetzt. „Nach unserem Vortrag herrschte zunächst ein Moment der Stille, doch dann brandete stürmischer Applaus auf und wir wurden mit Standing Ovations gefeiert“, erzählt Nille.
Auch für die Akkordeonistin Victoria Ludwig war der Wettbewerbsauftritt faszinierend. „Ich war zum ersten Mal in Innsbruck mit dabei“, erzählt die 26-Jährige. „Das Ambiente war umwerfend: Beim Festival herrschte eine super Stimmung“.
Groß war die Freude nach der Bekanntgabe der Ergebnisse: Die hochkarätig besetzte internationale Jury würdigte die exquisite Leistung des Akkordeon-Orchesters Baltmannsweiler mit dem Prädikat „hervorragend“ und einem silbernen Pokal.
Auch das „Ensemble Akkzente“, in dem Sarina Kary und Victoria Ludwig sowie Sandra, Dominik und Heiko Nille aus Baltmannsweiler mit weiteren Mitgliedern des Akkordeon-Landes-Jugendorchesters Baden-Württemberg musizieren, konnte einen großartigen Erfolg erringen: In der Ensemble-Wertung erreichten sie in der Höchststufe mit fast maximaler Punktzahl den ersten Platz.
Nach den anstrengenden und äußerst erfolgreichen Wettbewerbstagen gönnt Thomas Bauer seiner Mannschaft eine kleine Atempause. Doch dann geht es mit den Vorbereitungen für das Konzert Anfang Dezember los. „Wir haben in letzter Zeit viel Film- und Musicalmusik gespielt. Jetzt ist es an der Zeit, den Fokus auf das klassisch-romantische Repertoire zu legen“, blickt der Dirigent voraus. Thomas Bauer will die breiten klanglichen Möglichkeiten eines Akkordeonorchesters voll ausschöpfen: Er hat einige Sätze aus berühmten Sinfonien für sein Orchester bearbeitet. „Wir werden Teile aus Mozarts ‚Jupiter Sinfonie‘ und den zweiten Satz aus der Sinfonie Nr. 5 von Ludwig van Beethoven spielen“.