Organisator der Polarnacht Chris Rohr: „Gastronomen, Bands, Besucher – alle waren zufrieden“
Noch liegen keine Besucherzahlen vor, Organisator Chris Rohr ist aber schon jetzt sicher, dass die Böblinger Polarnacht noch besser lief als im Vorjahr.
Noch liegen keine Besucherzahlen vor, Organisator Chris Rohr ist aber schon jetzt sicher, dass die Böblinger Polarnacht noch besser lief als im Vorjahr.
Samstagabend, kurz vor 20 Uhr: Eine lange Schlange bildet sich auf dem Postplatz, wo die Polarnacht-Organisatoren neben dem Platzhirsch ihren Stand aufgebaut haben. Die Eintrittsbänder, mit denen man Zutritt zu 20 Konzerten in 20 verschiedenen Räumen bekommt, sieht man an diesem ungewöhnlich warmen Aprilabend an zahlreichen Handgelenken.
„Wir haben noch nicht alles ausgezählt, aber die Resonanz war mega“, sagt Chris Rohr. Der Werbefachmann und Vorsitzende des Böblinger Gewerbeforums organisiert seit mittlerweile drei Jahren die lange Musiknacht, die seit 2002 in Böblingen stattfindet. „Eine Stimmung wie auf dem Volksfest, alle Locations voll beziehungsweise kaum eine, die nicht gut gefüllt war. Und trotzdem sind die Leute überall gut reingekommen“, gibt er seine eigenen Eindrücke wieder.
Rohr war während der Polarnacht selbst viel unterwegs, hat sich umgeschaut und Rückmeldungen eingeholt. „Die Gastronomen, die Bands, die Besucher – alle waren zufrieden“, berichtet er. Wer selbst vor Ort unterwegs war, kann dies bestätigen. Vor allem die neuen Bands und Acts haben offenbar gut funktioniert – darunter Mimmo & Friends, die Unterhaltungsband in der Alten TÜV-Halle neben dem Bootshaus, die Rock’n’Roll- und Boogie-Band Lucky Boho im Seegärtle, die Soulformation White Water im Platzhirsch oder die Sängerin Rosetta Manoccio im La Toscana.
Ein starkes Debüt und zugleich ein lange überfälliges Comeback war der Auftritt von Fast Eddy Wilkinson im Bierbrunnen. Die Traditionskneipe machte erstmals mit und bot für den früheren Stammgast bei der Polarnacht die perfekte intime Kneipenatmosphäre für den handgemachten Folkrock des gebürtigen Engländers.
Der vielleicht am meisten gefeierte Neuzugang bei der Polarnacht war aber die Band Diet Dope. Die Partyband spielt perfekt arrangierte Songs und Medleys von Falco bis Faithless und von Police bis Robbie Williams. Als Spielort bekam Diet Dope die Veranstaltungsfläche unter dem Kongresshallenrestaurant zugewiesen, die sich für vorherige Acts wie etwa David Hanselmann als eher schwierig erwiesen hatte. An diesem Abend hatte sich unter den Polarnachtschwärmern aber offenbar wie ein Lauffeuer die Nachricht verbreitet, dass man von dieser Band unbedingt ein Set mitnehmen sollte.
Auch der Wechsel bewährter Bands in teilweise neue und ungewohnte Räume funktionierte scheinbar reibungslos: Die U2-Tribute-Band The Edge spielte im Café Frechdax, die beinahe schon kultisch verehrte Rockband El Creepo ließ im Schwarzwaldsaal der Kongresshalle die Wände wackeln und die seit Jahren gesetzte Coverband Madison Bow lockte so viele Fans ins Brauhaus, dass die Sicherheitsleute phasenweise niemand mehr hereinließen.
Für die Polarnacht 2027 wird Chris Rohr also wohl einiges wieder genauso machen wie in diesem Jahr – darunter das Feuerwerk über der Kongresshalle und den früheren Beginn um 20 Uhr. „Nur ein bisschen mehr Vielfalt“ wolle er dann bieten und dafür unter anderem wieder Schlagermusik zurückbringen. „Die haben dieses Jahr einige Leute vermisst“, sagt Rohr.