Orkantief Christian Sturmfolgen in Deutschland

Von dpa/SIR 

Ein Autofahrer und ein minderjähriger Beifahrer wurden am Montag im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen auf der Fahrt von einem Baum erschlagen. Die Identität und das Geschlecht des getöteten Mitfahrers waren zunächst unbekannt. Auch auf einer Landstraße bei Schortens in Niedersachsen wurde eine Autofahrerin vom Baum erschlagen, ebenso wie ein Mann in Flensburg. Bereits am Sonntag starb in einem See in der Nähe von Köln ein Segler, nachdem er mit seinem Boot gekentert war. Bei Sundern im Hochsauerlandkreis ertrank am gleichen Tag ein Angler. Nach Auskunft eines Feuerwehrmannes war sein Boot vermutlich wegen starken Wellengangs umgekippt.

In Norddeutschland gab es am Montag im Bahnverkehr erhebliche Behinderungen: In Schleswig-Holstein kam ab dem Nachmittag der ganze Regionalverkehr zum Erliegen. Auf den Strecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg gab es wegen orkanartiger Windböen Verspätungen und Ausfälle im Regional- und Fernverkehr. Wie viele Züge genau betroffen waren, stand noch nicht fest. Starke Beeinträchtigungen gab es laut der Deutschen Bahn auch in Hamburg sowie in Niedersachsen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden die Verbindungen eingeschränkt.

Am Flughafen Düsseldorf fielen am Montag mehrere Flüge aus. Auf dem Hamburger Flughafen konnten 1300 Fluggäste in ihren gelandeten Maschinen zunächst nicht aussteigen. Um 14.45 Uhr musste die Abfertigung wetterbedingt eingestellt worden, sagte eine Flughafensprecherin. Zeitweise standen deshalb bis zu 13 Flugzeuge auf dem Vorfeld, zudem wurden mehrere Flüge nach Hamburg gestrichen. In Thüringen kam am Mittag auf der Autobahn 71 zwischen Ilmenau-West und Gräfenroda in beide Fahrtrichtungen der Verkehr zum Erliegen. Bei starkem Wind mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde hatten sich zuvor mehrere Lastwagen quergestellt. Auch der Verkehr auf der A2 in Niedersachsen bei Helmstedt war zeitweise lahmgelegt.

Für die nordfriesische Küste und das Elbegebiet im Norden gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus.

Vielerorts fegten Sturmböen durch Städte wie Frankfurt am Main oder Bremen, wo das Volksfest Freimarkt geschlossen wurde. In Hamburg wurden an vielen Gebäuden Dachziegel abgedeckt, Baugerüste fielen um.