Ortsdurchfahrt Friolzheim Kein Tempo 30 für die Ortsdurchfahrt

Von Florian Mader 

Erneut lehnt das Landratsamt den Wunsch von Gemeindeverwaltung und Gemeinderat nach Tempo 30 im Ortsinneren ab.

Beispiele in der Region für Tempo 30 gibt es viele – wie hier in Mönsheim. Foto: Andreas Gorr
Beispiele in der Region für Tempo 30 gibt es viele – wie hier in Mönsheim. Foto: Andreas Gorr

Friolzheim - Die Diskussion ist ein echter Dauerbrenner. Warum darf man durch die Ortsdurchfahrt in Fiolzheim mit 50 Stundenkilometern fahren. „Das Thema kommt immer wieder auf“, stellt auch der Hauptamtsleiter Eberhard Enz fest. „Vor allem die Eltern von Kindergarten- und Schulkindern fordern das.“ Sie würden ihre Kinder gerne allein laufen lassen, aber angesichts des hohen Tempos im Ort erscheint ihnen das als zu gefährlich.

Zuständig für die Tempobeschränkung ist das Landratsamt des Enzkreises. Wie am Montagabend bei einer Gemeinderatssitzung bekannt wurde, hatte es schon im Juni eine Verkehrsschau der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes gegeben. Dabei hat man sich die Situation im Ort erneut unter die Lupe genommen.

„Nur relativ wenige Ausnahmemöglichkeiten“

Allerdings: Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt wird es nicht geben. Oliver Müller, der Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamtes, erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, warum das nicht möglich ist. „Wir haben uns an die Gesetzeslage zu halten“, sagt er. Demnach gelte für solche Straßen eben Tempo 50. „Dabei gibt es nur relativ wenige Ausnahmemöglichkeiten.“

Eine wäre, wenn in dem Bereich eine Schule oder ein Kindergarten angesiedelt wäre, was in Friolzheim nicht der Fall ist. Ein zweiter Grund, das Tempo runter zu regeln, ist ein erhöhter Gefahrenbereich. „So, wie wir die Situation in Friolzheim beurteilen, geht die Gefahrenlage nicht über das Normalmaß hinaus“, erklärt Müller dazu. Dritter Punkt könnte der Lärm sein. „Lärmschutzgründe sind in Friolzheim auch nicht ersichtlich“, ist der Amtsleiter im Landratsamt überzeugt.

Oliver Müller versteht den Wunsch der Bürger. „Aber wir müssen Zielkonflikte abwägen“, sagt er. Will heißen: Es gibt nicht nur die Interessen der Anwohner, sondern auch die Interessen der Pendler und der Busfahrer. „Gerade die Busunternehmer schimpfen zum Beispiel über die Tempo-30-Zonen, weil sie dann die Fahrpläne nicht mehr einhalten können“, stellt Müller immer wieder fest.

Messungen haben gute Ergebnisse gebracht

Der Amtsleiter untermauert seine Argumente mit Messungen, die seine Behörde durchgeführt hat. Demnach fahren 85 Prozent aller Verkehrsteilnehmer in Richtung Geissberg weniger als 38 Stundenkilometer, und in Gegenrichtung weniger als 42. „Das sind gute Werte“, sagt er.

In Friolzheim will man sich mit der erneuten Verfügung des Landratsamtes nicht zufrieden geben. „Wir hätten uns ein anderes Ergebnis der Prüfung gewünscht“, sagt Eberhard Enz. Jetzt setzt man noch Hoffnungen auf den Punkt Lärm. Eventuell wird der Gemeinderat hierzu ein Gutachten beauftragen, um eine erhöhte Lärmbelastung festzustellen.