Bürgermeister Thomas Riesch hat für seine Rede zum Spatenstich für die neue Ludwig-Uhland-Halle eine Baggerschaufel als Podest erklommen. Foto: Käthe Ruess
Der Startschuss für den Bau der neuen Ludwig-Uhland-Halle ist mit dem symbolischen Spatenstich erfolgt. Das Gebäude, das für Sport und Veranstaltungen gleichermaßen geeignet ist, soll Ende 2026 fertig sein.
Käthe Ruess
16.04.2025 - 14:35 Uhr
„Nahtlos wird jetzt der Staffelstab weitergegeben vom Tiefbau zum Hochbau“, freut sich Gärtringens Bürgermeister Thomas Riesch beim termin am Dienstagnachmittag auf dem Baustellengelände im Ortszentrum. Bereits im vergangenen Sommer sind dort umfangreiche Arbeiten im Untergrund, unter anderem an Versorgungsleitungen und Entsorgungskanälen, angelaufen.
Nicht nur für den Rathauschef, der thematisch passend eine liegende Baggerschaufel als Rednerpodest auserkoren hatte, sondern auch viele aktuelle und ehemalige Gemeinderäte war der symbolische Spatenstich, mit dem der Neubau der Ludwig-Uhland-Halle jetzt Realität wird, ein besonderer Tag. Denn bereits seit Jahrzehnten gab es immer wieder Diskussionen, was mit dem Vorgängergebäude aus dem Jahr 1959 geschehen soll. Das älteste auffindbare Gemeinderatsprotokoll zu der Thematik stamme aus dem Jahr 1986, berichtet Riesch.
„Die modernste, schönste und funktionalste Halle im Landkreis“
Den Neubau beschreibt Riesch als „hoch-funktionale, moderne Halle, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen ist“. Damit diese der Doppelnutzung als Sport- und Veranstaltungshalle gerecht wird, bekommt sie eine elektronische Raumakustik. „Per Knopfdruck“ kann damit von einer für den Schul- und Vereinssportbetrieb angenehmen Akustik auf die passende Nachhallzeit für hochwertige Musikveranstaltungen umgeschaltet werden, bringt der Rathauschef die Vorteile der Technik auf den Punkt. „Wir haben hier in Bälde die modernste, schönste und funktionalste Halle im Landkreis für Events bis zu 500 Personen.“
Mit dem Spatenstich gaben Clemens Graf von gleichnamigen Ingenieurbüro, Architekt Rainer Streule, Bürgermeister Thomas Riesch, Bauamtsleiter Friedemann Erbele und Thomas Golla (Fachbereichsleiter Technik, v. l.) den symbolischen Startschuss für den Bau der neuen Ludwig-Uhland-Halle. Foto: Käthe Ruess
Deshalb werde im Rathaus bereits aktiv daran gearbeitet, zukünftig mehr Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Comedy oder Theater in den Ort zu holen. Damit eine so genutzte Halle heute überhaupt in der Ortsmitte gebaut werden kann, musste zudem das Thema Lärmschutz gelöst werden, berichtet der Rathauschef weiter: Dabei werde der Neubau im Vergleich zum Vorgängergebäude für die Anwohner „einen Quantensprung“ in diesem Punkt bieten: „Aus der Halle dringt quasi kein Lärm nach außen“, kündigt Riesch an.
Ende 2026 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein
Neben dem 470 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal, dessen Bühne weitere 140 Quadratmeter misst, gehören unter anderem auch das großzügig geplante Foyer sowie der Probenraum für den Musikverein zum Raumprogramm der barrierefreien Ludwig-Uhland-Halle. Die gesamte Geschossfläche beziffert Architekt Rainer Streule vom Stuttgarter Büro Drei Architekten, das aus einem Vergabeverfahren als Sieger hervorgegangenen waren, auf 2500 Quadratmeter.
Ende 2026 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Halle, die näher als der bereits 2023 abgerissene Vorgängerbau an den Rohrweg heranrückt, während der Parkplatz im Gegenzug hinter ihr verschwindet, sowie eine zusätzliche neue Freilufthalle in direkter Nachbarschaft zur Ludwig-Uhland-Schule bilden den ersten Bauabschnitt der neuen Gärtringer Ortsmitte. Das Gesamtinvestitionsvolumen wird mit 20 Millionen Euro veranschlagt.
Noch Zukunftsmusik ist dagegen der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses, für das die alte Apotheke sowie ein betagtes Wohnhaus in der Nachbarschaft der neuen Halle weichen muss, auch um die Vorgaben des Landessanierungsprogramms zu erfüllen. Aus diesem und weiteren Töpfen wurden bereits zum Zeitpunkt des Baubeschlusses insgesamt fast 2,5 Millionen Euro Fördergelder bewilligt.