Ortskernsanierung in Ostfildern-Nellingen Ausrichtung der Parkplätze wird lebhaft diskutiert

Acht von 13 Schrägparkplätzen in der Hindenburgstraße werden erhalten. Foto: Ines Rudel
Acht von 13 Schrägparkplätzen in der Hindenburgstraße werden erhalten. Foto: Ines Rudel

Auch nach der Ortskernsanierung können im Stadtteil Nellingen Autos schräg zur Straße abgestellt werden. Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, acht von zurzeit 13 dieser Stellplätze an der Hindenburgstraße zu erhalten.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Ostfildern - Der Ortskern des Ostfilderner Stadtteils Nellingen soll schöner werden. Bei dem schon seit einiger Zeit in der Planung befindlichen sogenannten Stadterneuerungsverfahren steht die Hindenburgstraße als die zentrale Einkaufsmeile Nellingens besonders im Fokus. Doch über das Erscheinungsbild nach der Sanierung wird im Gemeinderat und unter den Einzelhändlern lebhaft diskutiert. Dabei geht es auch um die Gestaltung von Parkplätzen, Bushaltestellen und um den möglichen Bau eines Kreisverkehrs.

Die Entscheidung, ob letzterer künftig den Verkehr an der jetzigen Kreuzung der Hindenburg-, Rinnenbach- und Kreuzbrunnenstraße regeln wird, hat die Stadtverwaltung vertagt. Zunächst müssten Fragen zur Verkehrsführung geklärt werden, die sich durch eine Erweiterung einer Wohnsiedlung ergeben könnten.

2142 Kunden sprechen sich für Schrägparkplätze aus

Ganz anders verhält es sich mit den Parkplätzen. Die bisherige Planung sieht vor, dass auf der Hindenburgstraße künftig längs geparkt wird. Sehr zum Verdruss der Einzelhändler und eines großen Teils des Gemeinderats, die sich vehement für die Erhaltung von 13 Schrägparkplätzen zwischen den Einmündungen der Bismarck- und der Otto-Schuster-Straße einsetzen. Und zwar gestützt durch einen entsprechenden, von der CDU mitgetragenen Antrag der Freien Wähler und einer Unterschriftenaktion des Bundes der Selbstständigen (BDS), bei der sich nach deren Angaben 2142 Kunden „klar für den Erhalt der Schrägparkplätze aussprechen“. In diese einzufahren sei einfacher, lautet eines der Argumente für diese Art des Parkens. Gleichwohl birgt das Ausfahren aus diesen Stellplätzen ein höheres Unfallrisiko, wie der SPD-Stadtrat Frank Distel anmerkte.

Obwohl die Verwaltung auf die Schrägparkplätze laut dem Oberbürgermeister Christof Bolay aus „städtebaulicher und planerischer Sicht“ gerne verzichtet hätte, „sollten wir diese Fragestellung nicht ideologisch überhöhen und zum Wohl und Wehe des Einzelhandels machen“, empfahl der Rathauschef zu Beginn der Diskussion. Die Stadtverwaltung legte deshalb ihrerseits einen Kompromissvorschlag auf den Tisch, wonach acht der bisher 13 Querparkplätze erhalten bleiben sollen. Dieser fand auch eine Mehrheit im Gremium.

Grüne wollen an Planung festhalten

Von den Grünen wird er allerdings nicht goutiert. Die „schräge Diskussion“ über die Komfortparkplätze habe alle anderen Aspekte überlagert, monierte deren Stadtrat Jürgen Kleih. Ohnehin empfinde seine Fraktion die BDS-Unterschriftenaktion als „reine Stimmungsmache“. Es hätte interessantere Fragen, etwa zum Einkaufsverhalten der Kunden, gegeben. Schrägparkplätze passten nicht in das „überzeugende Konzept“ für das Sanierungsgebiet. Letztlich bemesse sich Kundenzufriedenheit nicht nach Parkplätzen, sondern nach der Aufenthaltsqualität einer Einkaufsstraße. Kleih beantragte im Namen seiner Fraktion die Herausnahme dieses Abschnitts aus dem Sanierungsprogramm, sollte der empfohlenen Planung zur Umgestaltung nicht nachgekommen werden. Allerdings votierten dafür nur „fünf zögerliche Stimmen“, wie Rathauschef Christof Bolay süffisant anmerkte.

Bei den Busbuchten war sich das Gremium einiger. Auch hier folgte es dem Vorschlag der Verwaltung, im oberen Teil der Hindenburgstraße auf Buchten zu verzichten und den Bus auf der Fahrbahn an sogenannten Caps zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste halten zu lassen. Das vereinfache den Betrieb und wirke sich positiv auf die Größe der Gehwege aus.




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