Ortsmitte Vaihingen Weniger Autos sind das Ziel
In einem Verkehrskonzept hat ein externes Büro Ideen für ein attraktiveres Zentrum gesammelt. Doch die dort genannten Vorschläge lassen die Wogen teils hoch schlagen.
In einem Verkehrskonzept hat ein externes Büro Ideen für ein attraktiveres Zentrum gesammelt. Doch die dort genannten Vorschläge lassen die Wogen teils hoch schlagen.
Das Karlsruher Büro Koehler & Leutwein hat ein Verkehrskonzept für den Vaihinger Ortskern vorgelegt. Bei diesem geht es vor allem um die historische Mitte rund um das Rathaus. Das Ziel ist eine bessere Verbindung zwischen der Schwabengalerie und dem Vaihinger Markt. So solle mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Dafür brauche es einen „straßenübergreifender Platz“ von der Einmündung Bachstraße bis zur Volksbank, heißt es in der zugehörigen Vorlage der Stadtverwaltung. Das bedeutet, dass der Verkehr auf der Robert-Leicht-Straße, welche die Galerie vom Markt trennt, deutlich reduziert und verlangsamt werden muss. Das Büro schlägt daher in diesem Bereich Tempo 20 vor. Sodann soll der gesamte Rathausplatz einheitlich gestaltet werden, damit das alte Zentrum rund um Rathaus und Vaihinger Markt und das neue Zentrum rund um die Schwabengalerie besser zusammenwachsen.
Im Sinne einer einheitlichen Platzgestaltung und mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger sollte auch die östlichen Bachstraße für den Autoverkehr gesperrt werden. Rettungsdienste könnten ein Überfahrtsrecht bekommen. Die Mitglieder des Vaihinger Bezirksbeirats sahen dies kritisch in der jüngsten Sitzung, wo das Verkehrskonzept vorgestellt wurde. Dies vor dem Hintergrund, dass Roland Häberle, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Vaihingen, zu Beginn der Sitzung gemahnt hatte: „Auch das Feuerwehrhaus steht an der Bachstraße. Die Kameraden müssen dort jederzeit unkompliziert und risikofrei hinkommen, und wir müssen in alle Richtungen ausrücken können.“
Im Verkehrskonzept vorgeschlagen wird zudem die vollständige Sperrung der Tiefgaragenzufahrt Vaihinger Markt oder zumindest eine Reduzierung der Plätze um 50 Prozent, um den Ortskern vom Autoverkehr zu entlasten. Dieser Idee konnten die Räte einiges abgewinnen. Keine Aussagen macht das Verkehrskonzept über die bauliche und verkehrsrechtliche Machbarkeit der dargestellten Maßnahmen. Das muss die Stadtverwaltung nun in einem zweiten Schritt prüfen.
Darüber hinaus wird in dem Verkehrskonzept die Fußgängerunterführung Sigmundtstraße, welche die Hauptstraße unterquert, zur Disposition gestellt. Das Stadtplanungsamt möchte in einem städtebaulichen Wettbewerb Ideen entwickeln lassen, wie dieser Bereich gestaltet werden könnte, wenn man die Unterführung schließen und durch einen ebenerdige Querungsmöglichkeit für Fußgänger ersetzen würde. Das führte zu Unmut in der jüngsten Sitzung des Vaihinger Bezirksbeirats, in der das Konzept vorgestellt wurde. Lokalpolitiker mehrere Fraktionen wiesen daraufhin, dass die Menschen in Vaihingen, diese Unterführung sehr gerne nutzen würden.
Die Wogen schlugen hoch, die Diskussion verhakte sich, schließlich debattierten die Räte gar nicht mehr inhaltlich, sondern über Abstimmungsmodalitäten. Am Ende befürwortete das Gremium mehrheitlich, dass die Verwaltung wie vorgeschlagen für die Umgestaltung des Rathausplatzes ein Realisierungswettbewerb auf den Weg bringen solle. In einem Ideenteil soll es dann auch um eine mögliche Ergänzung der Fußgängerunterführung Sigmundtstraße durch eine ebenerdige Querung gehen. Die Entscheidung des Gemeinderats steht noch aus.