Nach gut vier Jahren Arbeit ist das Stadtteilkonzept für Plattenhardt fertig. Es zeigt auf, wie der Ortsteil aufgewertet werden könnte. Etliche mögliche Einzelprojekte werden genannt.

Etwa vier Jahre wurde daran gearbeitet, in Verwaltungssitzungen, Expertenrunden, Bürgerwerkstätten und öffentlichen Infoveranstaltungen, nun steht das Stadtteilkonzept für Plattenhardt in den Startlöchern. In der Sitzung des Technischen Ausschusses haben die Räte es nun wohlwollend zur Kenntnis genommen, final beschließen wird der Gemeinderat am 17. Juli.

 

Grundsätzlich geht es darum, den Ortsteil aufzuwerten. Plattenhardt fehlt es an Aufenthaltsqualität. Gerade rund um die zentrale Ortsdurchfahrt, die Uhlbergstraße, ist es trist, Leerstand prägt das Bild. Es gibt wenig Grün, stattdessen viel Verkehr und zahlreiche parkende Autos. Um den Stadtteil aufzuhübschen und seine Identität zu stärken, wurden daher mehrere Handlungsfelder – Umwelt, Wohnen oder Mobilität – analysiert und Schwerpunkte festgelegt. Im Zentrum der Überlegungen steht eine lebendige Ortsmitte als Treffpunkt mit Verweilqualität und attraktiven Zugängen an der Uhlbergstraße. Aber auch eine Ermöglichung von maßvollem Wohnraumpotenzial, eine Begrünung, Siedlungsreparaturen oder eine Aufwertung des Gewerbegebiets stehen auf der Agenda.

Die Topografie ist problematisch

Einige zentrale Bausteine, die Plattenhardt maßgeblich voranbringen sollen, wurden bereits Ende 2022 bei einer öffentlichen Präsentation gezeigt. So schwebt den Planern vor, das Schul- und Sportgebiet Weilerhau besser mit dem Plattenhardter Zentrum zu verbinden. Problematisch ist allerdings die Topografie. Vor allem mit dem Fahrrad ist die konstant zehnprozentige Steigung auf der jetzigen Verbindungsstrecke, der Römerstraße, nur schwer zu überwinden. Eine Lösung könnte ein neuer Stadtteilgarten sein. Ein zentrales Grundstück hat die Verwaltung bereits im Bereich Kirch-/Schafgärten erworben, in der Nähe des Kreisels. Das Areal könnte man zu einer Art Park mit Spielelementen und Sitzbänken ausbauen, über den man dann zu Fuß und auch mit dem Rad auf sanft geschwungenen Wegen gut vorankommt.

Der Stadtteilgarten gehört zu einer Vielzahl von Pilotprojekten, die im Stadtteilkonzept verankert sind. Bei den Mitgliedern des Technischen Ausschusses kam in Summe gut an, dass man sich Plattenhardt widmen will, wenngleich Walter Schwaiger (CDU) mahnte, man müsse aufpassen, das Auto nicht zu verdammen. Anderen Räten konnte es gar nicht schnell genug gehen. „Bemerkenswert unambitioniert“ fand Frank Schwemmle (SPD) die Beschlussvorlage. „Die Dinge müssen wir angehen“, sagte er, das Konzept dürfe nicht wieder in der Schublade verschwinden. Auch Richard Briem (Freie Wähler) fand: „Die Bevölkerung soll auch die kleinen Teilschritte sehen.“ Catherine Kalarrytou (Grüne) forderte eine Zeitschiene und eine rege Öffentlichkeitsarbeit, „weil wir sind auf das Engagement der Bürger angewiesen“. In der Tat: Viele Flächen, zu denen Überlegungen angestellt wurden, sind in Privathand.

Der Gemeinderat muss das Konzept beschließen

Das Stadtteilkonzept, sofern es der Gemeinderat im Juli beschließt, ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Orientierungshilfe und soll einen Rahmen für die zukünftige Stadtteilentwicklung geben. Es ist dann von der Politik und der Verwaltung bei allen Planungen und Maßnahmen zu berücksichtigen. Sprich: Das Ganze ist ein Handlungsleitfaden und kein verbindlicher Plan, denn sobald etwas konkret realisiert werden soll, muss sowieso erst mal der Gemeinderat befragt werden. Der Erste Bürgermeister Falk-Udo Beck betonte jedoch: „Dieses Konzept macht Spaß, weil man merkt, dass die Eigentümer und Bürger dabei sind.“ Und auch Timo Buff vom betreuenden Planungsbüro sagte: „Das liegt der Bevölkerung am Herzen, dass der Ort aufblüht.“

Schritte zu einem schöneren Plattenhardt

Schlüsselprojekte
Das Stadtteilkonzept für Plattenhardt enthält viele mögliche Einzelprojekte. Als elementar wichtig werden drei Schlüsselprojekte angesehen: die Herabstufung der Uhlbergstraße zu einer Ortsstraße, um sie zu beruhigen und den Verkehr auf die Osttangente umzuverlegen, eine Quartiersgarage inklusive Kindergartenneubau und Wohnungsbau auf dem Mörike-Areal und die Umgestaltung der Uhlbergstraße. Hier geht es vor allem um die Rückeroberung des Stadtraums für die Bürgerschaft.

Erste Maßnahmen
Als potenzielle Pilotprojekte werden die Entwicklung der Standorte Saalbau Krone und Breuning-Areal, die Nachnutzung des Gebäudes Uhlbergstraße 41, die Verlegung der Feuerwehr – als Option wird eine Platzierung am Kreisel der Hohenheimer Straße gesehen –, die Fußwegeverbindung durch den neuen Stadtteilgarten, ein Balancier- oder Barfußpfad im Bereich Reutenwiesental und eine neue Quartiersgarage im Gewerbegebiet erachtet. Hinzu kommen denkbare Pop-ups und schnell umsetzbare Dinge wie der Umbau der Mörikestraße zu einer Fahrradachse, mobiles Stadtmobiliar auf dem Rathausplatz, ein Landschaftsfenster mit Sitzbank etwa im Reutenwiesental oder ein Treffpunkt für Jugendliche. car