Oscar Das sind die Oscar-Favoriten 2019

Von Bernd Haasis 

Acht Werke sind bei den diesjährigen Academy Awards in der Königskategorie „Bester Film“ nominiert. Wir stellen sie vor – und einen ganz besonderen dazu.

„Vice“: Christian Bale als Dick Cheney (links), Sam Rockwell als George W. Bush Foto: Verleih
„Vice“: Christian Bale als Dick Cheney (links), Sam Rockwell als George W. Bush Foto: Verleih

Stuttgart - Rund ein Dutzend wirklich starke Filme produzieren die Hollywood-Studios pro Jahr für die Oscars, der Rest ist überwiegend durchschnittliche Mainstream-Ware. In diesem Jahr haben neun Werke die Chance, als bester Film ausgezeichnet zu werden – acht aus dem US-Inland und einer aus dem Ausland.

Black Panther (Ryan Coogler)

Der erste Superheldenfilm mit schwarzen Protagonisten wurde nicht nur unter Afroamerikanern gefeiert, sondern auch in Afrika – auch deshalb, weil er afrikanische Traditionen und Folklore mit HiTech verbindet.

BlacKkKlansman (Spike Lee)

Der erste afroamerikanische Polizist von Colorado Springs in den 70ern beginnt, gegen den örtlichen Ku-Klux-Klan zu ermitteln in diesem stellenweise herrlich absurden Drama über Rassismus und Ignoranz.

Bohemian Rhapsody (Bryan Singer, Dexter Fletcher)

So nah an den Realitäten innerhalb einer Band und des Musikgeschäfts war kaum ein Film zuvor. Mit einer exzellenten Tonmischung hat er den Songs der Rockband Queen einen weiteren Frühling verschafft, und beim Live Aid Festival in Wembley 1985 meint man, dabeizusein.

The Favourite (Giorgos Lanthimos)

Zwei rabiate Cousinen (Emma Stone und Rachel Weisz) konkurrieren mit harten Bandagen um die Gunst der depressiven englischen Königin Anne (Olivia Colman). Giorgos Lanthimos wandelt auf den Spuren Stanley Kubricks, wenn er auf perfide Weise Charaktere und Räume verbiegt.

Green Book (Peter Farrelly)

Ein einfacher Italoamerikaner (Viggo Mortensen) soll einen hochgebildeten schwarzen Pianisten (Mahershala Ali) durch die rassistischen US-Südstaaten der frühen 60er Jahre kutschieren, und natürlich gibt es dabei Ärger. Im Verlauf des Road Movies nähern sich die beiden sehr unterschiedlichen Männer einander an und lernen vom jeweils anderen.

Roma (Alfonso Cuarón)

Der Regisseur von „Gravity“ kann auch schwarzweiße Filmkunst: In einem ruhigen Erzählfluss und entlang der Erlebnisse eines Dienstmädchens im Mexiko der 70er Jahre zeigt Alfonso Cuaròn die stille Diskriminierung indigener Menschen, das Leiden der Frauen unter verantwortungslosen Männern und die unheimliche Wucht revolutionärer Bewegungen.

A Star Is Born (Bradley Cooper)

Mit Lady Gaga als Filmpartnerin hat Bradley Cooper die Geschichte eines Countrysängers verfilmt, der eine singende Kellnerin entdeckt und sie zum Star macht, während er selbst abstürzt.

Vice – Der zweite Mann (Adam McKay)

Die bitterböse Satire über den mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten, Dick Cheney, ist zugleich großes Schauspielerkino mit Christian Bale, Sam Rockwell als George W. Bush und als Steve Carell als Donald Rumsfeld.

Werk ohne Autor (Florian Henckel von Donnersmarck)

Drei deutsche Staaten vom Nazireich über die DDR in den Westen durchläuft Donnersmarcks hochspannende Erzählung eines Künstlerlebens entlang der Biografie von Gerhard Richter (Tom Schilling).