Die Oscar-Paret-Schule in Freiberg hat am Tag der offenen Tür Einblicke in ihre neuen Räumlichkeiten gegeben. Die Lernvoraussetzungen scheinen nun ideal zu sein.

Begeistert springt ein kleiner Junge über die zahlreichen Sitzgelegenheiten im Aufenthaltsraum für die Oberstufenschüler, dann schlittert er in Socken über den lilafarbenen Boden. „Die ganze Schule könnte auch ein Spielplatz sein“, meint sein Vater anerkennend. Schulleitung und die Stadt Freiberg am Neckar scheinen viel richtig gemacht zu haben beim 75 Millionen Euro teuren Neubau der Oscar-Paret-Schule, die am Samstagvormittag beim Tag der offenen Tür für die Öffentlichkeit zugänglich war.

„Hier wäre ich auch gern zur Schule gegangen“, sagt eine Besucherin. Der hohe Glasanteil macht die Räume hell und freundlich. „Wenn wir weltoffene Schüler wollen, brauchen wir dafür auch offene Räume“, erklärt der Schulleiter René Coels, der eine von mehreren Gruppen durch das Schulgebäude führt. Ein überraschender, aber angenehmer Nebeneffekt: Der Lärm in die Schule hat deutlich abgenommen. „Laut Messungen haben wir hier nur noch 25 Prozent der Lautstärke aus der alten Schule“, versichert Coels den Besuchern.

Obwohl das neue Gebäude mit rund 20 000 Quadratmetern deutlich größer ist als das alte (12 400 Quadratmeter), würden sich die Schüler viel schneller zurechtfinden. Das liegt an dem Farb-Leitsystem, das dafür sorgt, dass alle Schüler einer Jahrgangsstufe – egal ob sie auf die Gemeinschafts-, Realschule oder das Gymnasium gehen – in ihrem eigenen Lernhaus bleiben – eine kleine eigenständige Schule in der großen sozusagen. Es gibt zwar eigene Klassenzimmer, aber stets auch einen gemeinsamen „Marktplatz“ mit großen, bunt möblierten Aufenthalts- und Präsentationsflächen, Jahrgangsbibliotheken und so genannten Differenzierungsräumen, in denen rücksichtsvolles Lernen in kleinen Gruppen möglich ist. „Jede Stufe ist somit in ihrem sicheren Hafen der Gleichaltrigen“, erklärt Coels.

Dank eines großzügigen Außenbereichs mit Klettergerüst, Grillstelle und Teich hat die Schule etwas von einem Campus. Alle identisch ausgestatten Klassenzimmer verfügen über eine digitale Tafel, von der sich die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsmaterial auf ihre Endgeräte laden können. Zudem gibt es eine Sprechverbindung zum Sekretariat und – über ein eigenes Netzwerk – eine Direktverbindung zur Polizei, im Falle eines Amoklaufs.

Die Schule, vor der am Samstag eine Gedenktafel für den Archäologen und Namensgeber Oscar Paret enthüllt wurde, stößt sogar auf internationales Interesse: Schulleiter Coels hat in den vergangenen Tagen Architekten aus Israel, Großbritannien und Dänemark durch die Räume geführt.