Osterbräuche und ihr Ursprung Wie Ei und Hase zu Ostern kamen

Bunte Eier gehören zum Fest – ob wie hier als Dekoration, als gefärbte echte Hühnereier – oder aus Schokolade. unte Eier gehören zum Fest – ob wie hier als Dekoration, als gefärbte echte Hühnereier – oder aus Schokolade. Foto: dpa/Sven HoppeB

Zu Ostern, dem wichtigsten christlichen Fest, gibt es zahlreiche Traditionen und Bräuche. Doch was hat ein Schokoladenhase eigentlich mit der Auferstehung Jesu zu tun? Und warum werden die Eier versteckt? Wir haben Antworten gesucht – und gefunden.

Digital Desk: Robert Korell (rko)

Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu, erinnert wird aber auch an den Tod des Gottessohns am Kreuz, denn dadurch hat er dem christlichen Glauben zufolge die Sünden der Menschheit auf sich genommen. Einige der verbreiteten Traditionen und Bräuche zum Osterfest stammen ursprünglich jedoch aus anderen Religionen.

 

Das Osterfeuer etwa symbolisiere im Gottesdienst die Auferstehung Christi, wie Stefan Möhler, der leitende Pfarrer der katholischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen, erklärt. „Das Licht, das Christus Sieg über den Tod in die Welt brachte, wird dann mit der Osterkerze in die Kirche gebracht.“ Dort werden weitere Kerzen unter den Gemeindemitgliedern mit dem Licht angesteckt und der Kirchenraum so nach und nach erleuchtet. Und da der Ostergottesdienst meist früh morgens beginnt (vor dem Westportal der Esslinger Frauenkirche etwa um 5.30 Uhr), können die Gläubigen im Anschluss gemeinsam in den neu angebrochenen Tag gehen.

Das Feuer wurde ursprünglich zum Frühlingsbeginn entzündet

Möhler weist jedoch darauf hin, dass einige Lebenssymbole bereits vor der Verbreitung des Christentums existierten und beispielsweise Frühlingsfeste mit christlichen Feiertagen zusammengelegt wurden. So war das symbolische Feuer schon unter germanischen Stämmen verbreitet, bevor der Einfluss des Christentums das heutige Deutschland erreichte. Vermutlich entzündeten germanische Völker große Feuer, um böse Geister zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen. In einigen Regionen wurden dabei Puppen verbrannt, die Hexen darstellen sollten.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Ist Ostern für Kinder zu gruselig? – Eine Religionspädagogin gibt Tipps

Doch auch andere Rituale, mit denen der Frühling willkommen geheißen wurde, stehen heute im Zusammenhang mit dem Osterfest. So etwa das festliche Schmücken der Osterbrunnen. In Esslingen wird unter anderem der Brunnen auf dem „Roten Platz“ in der Pliensauvorstadt geschmückt. „Dieser ist zwar trockengelegt, eignet sich aber dennoch gut dafür, mit ein paar Blumen und Farben festlich verziert zu werden“, sagt Pia Erbil vom Verein Pliensauvorstadt live. Schon im vergangenen Jahr schmückte der Verein den Brunnen, beziehungsweise sorgte dafür, dass Kindergärten Schulen und das Pflegeheim bunte Blumenkästen gestalteten, die dann in den Brunnen gestellt wurden. „So konnten wir die Dekoration coronakonform anbringen“, sagt Erbil. Damit wolle man einen Beitrag leisten, den Stadtteil bunter zu machen, und den Menschen einen Ort zum Verweilen anbieten.

Der Brauch, Osterbrunnen zu schmücken, ist vor allem im fränkischen Raum verbreitet. Warum gerade Brunnen dekoriert werden, ist nicht genau bekannt. Wahrscheinlich hat die Tradition Bezug zur Wasserarmut in der fränkischen Schweiz. Dass der Brauch auf alte slawische Traditionen zurückzuführen ist, wie es die Nationalsozialisten behaupteten, halten Forscher dagegen für falsch. Stattdessen sei ein touristischer Hintergrund wahrscheinlicher. Das populärste Ostersymbol ist vermutlich das Ei. Egal, ob vom Huhn gelegt oder aus Schokolade hergestellt – ein Osterfest ganz ohne Ei ist wohl für die meisten kaum vorstellbar. Und tatsächlich ist das Ei als ein Symbol für die Auferstehung zu sehen und damit ein urchristliches Zeichen. So erzählt etwa eine Geschichte davon, wie eine Christin einem römischen Kaiser anhand eines Eis verdeutlichte, wie aus etwas scheinbar totem Leben entstehen kann.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Ostern von A bis Z

Die Schale der Eier soll dabei früher rot gefärbt worden sein und das Blut Jesu symbolisiert haben. Erst im Mittelalter wurden unterschiedliche Farben verwendet, um die Eier zu verzieren. Dass die Eier in Nestern versteckt und gesucht wurden, scheint sogar erst im 17. Jahrhundert entstanden zu sein.

Mehrere Tiere spielen an Ostern eine Rolle

Gebracht werden die bunten Eier heutzutage – zumindest nach fester Überzeugung vieler Kinder – vom Osterhasen. Dessen Verbindung zu Ostern ist auf seine Fruchtbarkeit zurückzuführen: Als eines der ersten Tiere, das im Jahr Nachwuchs bekommt, gilt der Hase seit Jahrhunderten als Frühlingsbote und wird auch schon lange als Fruchtbarkeitssymbol gesehen. Zu seiner heutigen Bekanntheit hat dem Hasen aber erst die Süßwaren- und Spielzeugindustrie verholfen.

Der Hase ist jedoch nicht das einzige Tier, dem an Ostern eine besondere Bedeutung zukommt. Auch das Osterlamm spielt eine wichtige Rolle. Im Christentum ist dabei ein gebackenes Lamm gemeint. Das weiße Fell des Opferlamms steht für Reinheit und Frieden. Auch im Judentum, der Religion, aus der das Christentum hervorging, sind Schafe als Opfertiere weit verbreitet. Da Tod und Auferstehung Jesu in der Bibel auch zeitlich mit dem jüdischen Passahfest zusammenfallen, lag es wohl nahe, dieses Symbol auch in den christlichen Glauben zu integrieren.

Die biblische Geschichte

Ostern
Die Osterzeit im Christentum beginnt schon am Palmsonntag, also eine Woche vor dem Ostersonntag. Laut dem Neuen Testament zog Jesus an diesem Tag in Jerusalem ein und die begeisterten Menschen bereiteten ihm den Weg mit Palmwedeln. An Gründonnerstag soll das letzte Abendmahl stattgefunden haben, bei dem Judas, einer seiner Jünger, Jesus verraten hat. Am darauffolgenden Karfreitag wurde Jesus demnach gekreuzigt und starb, bevor er drei Tage danach, am Morgen des Ostersonntag, auferstand.

Pfingsten
Während Ostern immer am ersten Sonntag nach dem kalendarischen Frühlingsbeginn, also zwischen dem 22. März und dem 25. April stattfindet, wird die Entsendung des heiligen Geistes, also Pfingsten, 50 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert.

Weitere Themen