Ostfildern Anspruchsvolle Unterhaltung für alle Klassenstufen

Die Chefredaktion der erfolgreichen Schülerzeitung „Zündstoff“: Maximilian, Sophia und Eileen. Foto: Horst Rudel
Die Chefredaktion der erfolgreichen Schülerzeitung „Zündstoff“: Maximilian, Sophia und Eileen. Foto: Horst Rudel

„Beste Schülerzeitung Deutschlands“ kann sich ab sofort der „Zündstoff“ nennen, das Sprachrohr der Heinrich-Heine-Gymnasiasten in Ostfildern. Anspruchsvoll informiert das Heft über alles, was Schüler bewegt.

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Ostfildern - Zündstoff, das sind die ganz großen Themen. Eurorettung? Ausschreitungen in der muslimischen Welt? Deutschland und die EU? Sophia schaut in die Runde. „Fällt vielleicht jemandem noch etwas ein, was auch die Jüngeren betrifft? Das, was ich jetzt genannt habe, war vielleicht ein bisschen zu niveauvoll.“

Die Elftklässlerin und ihre Mitstreiter machen die Schülerzeitung „Zündstoff“ schließlich nicht nur für ihre Altersklasse. Auch Fünft- und Sechstklässler am Ostfilderner Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) wollen unterhalten werden. Andererseits: die anspruchsvollen Themen haben dem Redaktionsteam in der vergangenen Woche den ersten Preis im Wettbewerb um die beste Schülerzeitung Deutschlands eingebracht. Die Chefredaktion – Sophia Barth, Maximilian Drechsler und Eileen Purnama – hat den Preis im Rahmen des Jugendmedienevents der Jungen Presse entgegen genommen.

In der Jury sitzt auch der Chef des Satiremagazins „Titanic“

„Zündstoff stellt aktuelles Zeitgeschehen kritisch dar und bindet es gekonnt in Themen des Schulalltags ein“, begründete Marcus Hammes, der Vorsitzende des Vereins Junge Presse die Entscheidung der hochkarätigen Jury – darunter der „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer und der Chefkorrespondent der „Frankfurter Rundschau“, Joachim Frank.

Das hatten die drei Redakteure des HHG nicht erwartet. „Die anderen Zeitungen waren so toll“, schwärmt Sophia. „Da habe ich vielleicht mit einem Preis für die schönste Seitenzahl gerechnet.“

Bei den Schülern des Gymnasiums ist die Nachricht vom Preis noch nicht so recht angekommen, beklagen die drei. „Unser Rektor ist zwar sehr stolz und hat auch eine Durchsage in der großen Pause gemacht, aber das haben nicht alle mitbekommen“, erzählt Maximilian. Deswegen teilt es Eileen der Redaktion in der Konferenz am Mittwoch noch einmal extra mit: „Wir freuen uns darauf, das Niveau zu halten und nächstes Jahr den Titel zu verteidigen.“

Guter „Zündstoff“ kostet Zeit

Niveau, das heißt, weiterhin Artikel über Politik und Religion, Kunst und Kultur, aber natürlich auch über Schulinternes zu schreiben. Für die Recherche vieler Themen ist ein Gemeinschaftskunde-Leistungskurs hilfreich, aber auch wer sich nicht mit dem ganz Anspruchsvollen beschäftigen will, kann mitmachen. Das wissen auch die neun neuen Zündstoff-Macher, die sich der Redaktionskonferenz am Mittwoch angeschlossen haben. Nicht alle davon sind Schreiber. Manch einer möchte nur fotografieren, andere fühlen sich wohl, wenn sie die Seiten layouten können.

Das nimmt ohnehin die meiste Zeit in Anspruch. Acht Wochenenden sind die Schüler damit beschäftigt, die Texte ansprechend zu verpacken. „Es frisst schon etwas Freizeit“, meint Eileen. „Aber es macht ja auch viel Spaß“, sagt Maximilian. „Und es heißt ja nicht, dass wir nichts anderes mehr schaffen.“

Journalismus ist nicht für alle die Zukunft

Trotz des Erfolgs zieht es die drei nach dem Abitur nicht gesammelt in den Journalismus. Maximilian sieht sich eher als Wirtschaftsingenieur, Sophia interessiert sich für ein Medizinstudium. Nur Eileen ist sich sicher: Sie will auch nach der Schulzeit noch weiterschreiben.

Gewonnen hat „Zündstoff“ übrigens mit einem Heft über den „Kampf der Geschlechter“, das bereits ein selbstbewusstes Banner auf dem Titel trägt: „Die beste Schülerzeitung Baden-Württembergs“. Dazu wurden sie im Dezember 2011 vom Landeskultusministerium gekürt.




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